Zwischen Gründerzeit und Weltkrieg
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die Kausalzusammenhänge dieser zwölf Jahre überblickt, ist wohl geneigt, den Entschluß des englischen Kabinetts vom August 1914 als das unvermeidliche Schlußergebnis einer langen und folgerichtigen Entwicklung zu bewerten." Valentins Verdammungsurteil trifft also in allen Punkten in gleicher Weise wie Neventlow, wenn nicht schwerer, einen unserer hervorragendsten Staatsmänner und einen unserer bedeutendsten Historiker. Will Valentin auch über sie den Stab brechen, und „mit allem Nachdruck und in vollem Bewußtsein der Schwere dieser Vorwürfe" vor ihren Büchern warnen?
Zwischen Gründerzeit und Weltkrieg
Zu F. Avenarius sechzigstem Geburtstage von Dr. H, Ullmann
litten in den Weltkriegssorgen, in einem Gegenwartsleben, das alle Kräfte und Gedanken für sich verlangt, dürfen wir nicht verlernen, unser gegenwärtiges Dasein als Gewordenes und Werdendes innerhalb einer bestimmten Entwicklung, als Aufgabe von der Zeit vor dem Kriege her und über den Krieg hinaus zu sehen. Wir dürfen nicht vergessen, welche Hoffnungen in uns lebten, bevor der Weltsturm über uns hereinbrach und wie diese Hoffnungen gerade durch ihn gestärkt und geläutert wurden. Gerade in den letzten Jahren vor dem Kriege war eine geistige innere Läuterung im deutschen Volke vor sich gegangen, die uns von der Zeit zwischen 1870 und 1900 sehr scharf zu scheiden schien, von der freilich erst nur die innersten Kreise des Deutschtums, die Feinhörigsten und am tiefsten Unbefriedigten, nicht zuletzt die Jugend wußten, deren Quelle und Urkraft aber doch auch in den jetzigen schweren Erschütterungen unsere Zuversicht speist. Das Neue, das ich meine, hatte noch keinen Namen, dazu war es noch zu innerlich und zu frei, zu vielfältig und ungeformt. Es hatte sich als Reform- und Kulturarbeit, als Bedürfnis nach sozialer, wirtschaftlicher, kultureller Neugestaltung bis an die Praxis herangewagt, es war in der Jugend radikal und unklar als „freideutsche Bewegung" und ohne solche Namen lebendig geworden, es hatte sich in Werkbund-, Heimatschutz- und Dürerbundbewegungen, als Erziehungs- und Lebensresorm. in Städtebau, Gartenstädten, Bodenreform, schließlich in dem Streben nach Durchgeistigung der Politik, nach tieferem Erfassen der nationalen Einheit und nach organischer Gestaltung unseres gesamten deutschen Lebens, nach dem deutschen Stil im tiefsten und weitesten, durchaus nicht nur im ästhetischen Sinne geäußert.