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Deutschland und Österreich : zur Halbjahrhundertfeier des Prager Friedens am 23. August 1866
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N)ir und die Chinesen

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der beharrlichen Staatskunst eines Bismarck und der kongenialen Mitarbeiterschaft eines Andrassy ist es gelungen, aus dem kühlen Frieden allmählich ein Ein­vernehmen und aus dem Einvernehmen eine Defensivallianz zu schaffen. Und aus dieser wurde ein weit das Maß alles international Gewöhnten überragender Freundschaftsbund. Seine Früchte reifen täglich und stündlich. Für solche Politik aber wurde der Weg im Sommer 1866 zu Nikolsburg und Prag frei gemacht. Und das ist der letzte Sinn dieser Halbjahrhundert-Erinnerung.

Wir und die Chinesen

von Generalsekretär Dr. Max Linde

ie neueren Beziehungen zwischen China und den westeuropäisch­amerikanischen Staaten haben von Beginn an, also ungefähr seit dem Anfang der dreißiger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts, unter einem unglücklichen Sterne gestanden. Irrungen und Wirrungen haben sie beherrscht, die entstanden waren und ent­stehen mußten aus der vollständigen Unkenntnis, in der sich jeder Teil bezüglich der Staats- und Weltanschauung des andern befand.

Was wußte der Westen um die Mitte des vorigen Jahrhunderts vom alten China, semer großen Geschichte, seiner Machtentfaltung in früherer Zeit, seiner religiös-ethischen Staatsidee, seiner uralten Kultur, seinem reichen Geistes­leben? Nichts. Zwar trafen Westen und Osten damals ja nicht zum ersten Male zusammen, denn schon Jahrhunderte früher waren die Kaufleute und Gesandten der führenden westlichen Staaten nach China gekommen, hatte ein Marco Polo, der größte Chinakenner am Ausgang des dreizehnten Jahrhunderts, seine Reisen durch das weite Reich gemacht, waren katholische Misstonare drüben erfolgreich tätig gewesen. Aber was sie uns überliefert hatten, war in den Archiven und Büchereien vergraben, war das geistige Eigentum einer ganz geringen Zahl von Gelehrten. Die europäischen Regierungen und ihre Diplomaten und Admirale, die europäischen Kaufleute und Schiffseigentümer hatten von Wna kaum eine andere Vorstellung als die eines großen dichtbevölkerten Landes, das aus teuflischer Bosheit oder verblendeter Torheit sich abschloß, keine diplomatischen Beziehungen anknüpfen, keine kaufmännischen Geschäfte mit Ausländern machen, keine Fremden seine Grenzen überschreiten lassen wollte.

Und was wußte auf der anderen Seite China vom Westen, seiner politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung, seiner Weltanschauung, seinen Zielen und Absichten, seinem Willen und Wollen? Ebenfalls nichts. Den katholischen