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Albaniens Enttäuschung und Erwartung :
(Schluß)
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Stille Welt

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fast ausnahmslos alle, die nach Albanien gekommen waren, um dort zu arbeiten, das Land nicht kannten.

Eine starke und väterliche Negierung, davon bleibe ich trotz des Mißgeschicks von 1914 überzeugt, die verständnisvoll auf die Eigenart des Landes, des unruhigen und schwer zugänglichen, aber Ilugen, tatkräftigen, einmal gewonnen, sehr treuen Volkes, eingeht, und dabei über die Mittel verfügt, den eigenen Willen jeder möglichen anfänglichen Opposition einiger weniger Allzuprimitiven zum Trotz, ruhig und unverrückbar durchzusetzen, wird sich in Albanien sehr wohl zu behaupten vermögen und rasch Land und Volk zur Blüte bringen.

Wenn, wie absolut zu hoffen, eine gemeinsame Grenze zwischen Österreich- Ungarn und Albanien, etwa entlang der Marken des alten Sandschak, einen regen Wechselverkehr auch zu Lande gewährleistet, würde sich bestimmt ein Albanien, dem nicht etwa mit den südlichen, nationalsten Provinzen von Koritza, Himara, Argyrokastro und Deloine die Lebenssähigkeit entzogen wird, als der verlässige Hüter des Ostufers der Adria, als Vorposten Österreichs, bewähren.

Ich lasse gern auf lieben alten Dingen Aus Väterzeit die müden Augen ruhen, Auf einem Myrtenkranz und schlichten Ringen, Die heimlich feiern in den braunen Truhen.

Und wenn ich öffne, darf zur stillen Feier Mein altes Herz in seine Heimat gehen Ein hoher Giebel spiegelt sich im Weiher, Und eines Knaben blonde Locken wehen ...

Die Haare sind ergraut und Feindeserde Hat meines Sohnes warmes Blut getrunken . . . Bald löscht das Feuer aus auf meinem Herde, Und bald ist meine stille Welt versunken.

Stille Welt

Karl Berner