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Pitirim
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pitirim

jer Name Pitirim, des unlängst ernannten Metropoliten von Petersburg, ist in der letzten Zeit im Zusammenhange mit der j Ernennung des neuen russischen Ministerpräsidenten Stürmer und insbesondere in Verbindung mit den Reformbestrebungen in der ! orthodoxen Kirche immer und immer wieder genannt worden. Parteipolitiker und Blätter aller Schattierungen haben sich mit seiner Person befaßt und widmen ihm. je nach ihrem politischen Glaubensbekenntnis, ent­sprechende Kommentare.Schon die ersten Schritte dieses Kirchenfürsten" schreibt Kusnezow in denBirschewije Wedomosti"sind ein an sich un- gewöhnliches Schauspiel und lassen erkennen, daß in der Person des neuen Petersburger Metropoliten im Zentrum der russischen Kirchenverwaltung ein Oberhirte in die Erscheinung getreten ist, der viel verspricht." Sein erstes Auftreten im Synod ist viel bemerkt worden. Er verwahrte sich dagegen, daß der Synod in den Kirchenfragen auf seinem einmal gefaßten Standpunkt not­wendig verharren müßte, und forderte Reformen im Sinne einer demokratischen Kirchenverfassung. Gemachte Fehler müßten korrigiert werden. Er selbst habe die Politik des Synods wie Hiobam eigenen Leibe erfahren." Im Jahre 1911 war er auf Betreiben des damaligen Oberprokureurs des Synod, Sabler- Desjatowski. und des Erzbischofs von Taurien, Demetrius, durch Beschluß des Synods von dem Katheder in Kursk abberufen und in die Einöde von Wladikawkas verfetzt worden. Er hat dies Sabler nie vergessen. Daher mag seine schonungslose Kritik an dem jetzt der Duma vorliegenden Sablerschen Gesetzprojekt über die Reform der orthodoxen Kirchengemeinde zu einem ge­wissen Teil auf das Abrechnungskonto mit Sabler zu setzen sein.

Aber Pitirim hat nicht nur eine kirchliche sondern auch eine politische Vergangenheit. Aus seiner Tätigkeit als Eparchial-Bischof in Ssamara ist bekannt, daß er dort nicht nur als hoher geistlicher Würdenträger und Beamter

Grenzboten I 19t6 25