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Maßgebliches und Unmaßgebliches
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

Schöne Literatur

TeuKos. Ein Schauspiel in zwei Auf­zügen von Ludwig Greiffenhagen. Son­dershausen bei Fr. A, Eupel.

Mich aber dünkt Kein Ahnenfrevel, sei er noch so groß; Kann schwerer wiegen denn die kleinste Tat Des Enkels, die aus reinem Sinn und

Herzen

Geboren ward, aus freier Lust am Guten.

Wer seiner Ahnen sich nicht rühmen darf, Darf selbst ein Anfang sein, ein Stolz der

Enkel;

Und so beginnt in jedem echten Manne Wenn er nur will, die Welt der Edlen neu.

Diese stolzen Worte, die Teukros auf die Schmähungen des Agamemnon entgegnet, geben, wenn auch nicht gerage die Grundidee des Dramas die wäre weiter zu fassen sodoch das Leitmotiv für das Handeln des Helden wieder, und damit ist die Frage nach der Bewertung des Stückes hinsichtlich seiner ethischen Tendenzen von vornherein entschieden. Der hohe sittliche Idealismus, der hier zum Ausdruck kommt, das Kraftgefühl einer inner­lich gefestigten Seele, die in der Gewißheit, sich untadelig fühlen zu dürfen, in freudiger Lebensbejahung den Kampf mit dem Schick­sal aufnimmt und ihr Recht zu behaupten weiß wie wohltuend berührt das gegen­über den sogenanntensittlichen Problemen" der modernen Dramatik, die so gern in die unersorschtesten Seelentiefen taucht, um weniger Perlen als vielmehr Schmutz und

Schlamm daraus hervorzuholen. Wir ver­meinen bei der Lektüre dieses Teukros wirklich wieder einmal in der reinen klaren Atmosphäre der Antike zu atmen. Gleichwohl ist das Problem, daß sich dem Dichter aus dem altgriechischen Stoff ergab, denkbar modern: Der eignen Seele Kraft und elde Art" zu behaupten gegenüber der seitens der Welt ihr angetanenen Unehre. Der Teukros, den Greiffenhagen vor uns hinstellt auf den Inhalt des Stückes genauer einzugehen, müssen wir uns an dieser Stelle versagen, ist eine Prachtfigur, eine jener Helden­gestalten, deren Heldentum sich nicht bloß in äußerem Ruhm und Glanz bewährt, sondern vielmehr in dem viel schwereren Kampf in der eignen Seele, einer jener Überwinder, denen die Welt an Ehre nichts geben, aber auch erst recht nichts nehmen kann; darum geht er auch als Erlöster aus den? Kampfe mit dein Schicksal hervor, gefeit selbst gegen den Fluch:

Was ist ein Fluch, der keinen Helfer findet In unsrer Brust? Ein Hauch, ein Klang,

ein Nichts?

Der Aufbau des Stückes verrät den ge­borenen Dramatiker, der aus einem gering­fügig scheinenden Stoff eine von der ersten bis letzten Szene in stetem Fluß sich steigernde, unsere Anteilnahme aufs äußerste in Anspruch nehmende Handlung zu gestalten weiß. Nach den leidenschaftlich bewegten Szenen im Griechenlager vor Jlion, wo es sich um die Bestattung der Leiche des Aias handelt, die nicht minder bewegten auf Salamis, wo bang das Volk und nnt ihm der ohnmächtige greise