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Von den Deutschen
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Von den Deutschen

von M. Uelchner

!ir haben es immer gewußt, daß wir im großen und ganzen im Auslande unbeliebt sind, und haben, je nach Temperament, darüber gejammert oder sorglos gelacht. Aber jetzt, da der Ernst des Augenblicks uns erschüttert, da wir im Bewußtsein sittlicher Kraft ^ unsere Kultur verteidigen, fassen wir uns an die Stirn und fragen uns: was haben die Leute gegen uns? Die Antwort ist nicht leicht, auch für die nicht, die sich von uns wenden. Der Nationalcharakter und diesem, nicht der Einzelpersönlichkeit gilt ja die Abneigung ist eben etwas schier Unfaßbares. Es ist mit ihn: wie mit einem Ährenfeld, in das der Wind fährt: die einzelne Ähre erzeugt kein hörbares Geräusch, aber die Gesamtheit singt eine eigene Melodie. Nicht jeder mag sie hören. Wenn jedoch der Wind sich zum Sturm erhebt und die Halme mit rauher Faust knickt, dann schreit sie zum Himmel und predigt ihren Sang auch denen, die nicht hören wollen.

Das ist der tiefe Sinn alles tragischen Geschehens: die Selbstoffenbarung in Leid und Tod. Der Krieg! Erschöpfen sich in ihm nicht die tragischen Möglichkeiten der Menschheit? Körperliche und seelische Qual bis zur Un- erträglichkeit. Aber wie von Geisterhand entwirrt, lösen sich in ihm die Bande der Volksseele und leuchten plötzlich auf in ihren unsterblichen Werten. Ein Jubel ging durch unser Land, als das deutsche Wesen sich angesichts der äußersten Gefahr in voller Klarheit offenbarte, nachdem wir selbst bereits begonnen hatten, die Vergangenheit mit dem Spaten zu durchwühlen, um wenigstens seinen geheiligten Leichnam zu finden. Warum blieben aber die anderen Völker blind und taub gegen unseres Wesens Kern?

Der Deutsche stellt sich ihnen so dar: Rohheit gepaart mit grobkörniger Sentimentalität und Pedanterie in ästhetisch anfechtbarer Hülle. Wie kommen sie zu diesem Bilde? Dies Urteil geht nicht etwa mit psychologischem Ver­ständnis von innen nach außen, sondern im Gegenteil, es nimmt an der Ober­fläche seinen Angriffspunkt, ist also von vornherein nicht moralisch, sittlich wertend, sondern ästhetisch gefärbt. Hieraus erklärt sich zunächst die schiefe Richtung des Urteils uns Deutschen gegenüber, denn die äußere Form ist uns oft nur Mittel zum Zweck, nicht Selbstzweck, daher vernachlässigen wir sie leicht und haben auch in unserm Großmachtleben noch nicht für alles die uns gemäße Form gefunden. Das Schlimme dabei war, daß wir unter solchen