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Die Polen und Rußland
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Die Polen und Rußland

von George «Lleinow

den Zusammenbruch der historischen preußisch-russischen Freundschaft ist unter anderem auch die Polenfrage in ein völlig ^^/^W^ neues Stadium getreten. Für die Polen ist die seit mehr nls hundert Jahren heiß ersehnte Mächtegruppierung eingetreten, mit K^M» > der sie erhofften, ihre politische Lage von Grund aus ändern zu können. Dementsprechend haben viele deutsche Politiker und hat wohl auch mancher Soldat damit gerechnet, daß gleich beim Kriegsausbruch ein Aufstand auflodern und polnische Freischaren, in den Sokolvereinen organisiert, von Galizien her in Rußland eindringen würden, um die Mobilmachung des ver­haßtesten der Gegner nach Möglichkeit zu stören. Wer so dachte, irrte sich ebenso wie jene, die von den deutschen Sozialdemokraten die Verweigerung des Heeresdienstes erwartet hatten. Die politischen Führer der russischen Polen unternehmen nichts gegen Rußland, stellen sich vielmehr ausdrücklich auf Ruß­lands Seite; die galizischen Polen erweisen sich als gespalten: die in die Welt gesetzte Nachricht von einem Sieg galizischer Freischaren bei Wiechüw erwies sich als eine dicke Ente, jenes Regierungskomitee in Kielce, das eine polnische Nationalregierung vorspiegelte, war Bluff, Bluff wie alles, was von den Leistungen der Polen Rußland gegenüber gefabelt wurde. Erst in den letzten Wochen nehmen die Polen Galiziens energisch die Bildung von Frei­scharen gegen Rußland in die Hand. Eine Gruppe galizischer Polen protestiert gegen den Aufruf des Wiener polnischen Kolo zugunsten Habsburgs, und der polnische Nechtsanwalt Suikowski gibt diesen Protest der russischen Presse weiter (Slowo Nr. 195). Nur die deutschen Polen greifen ohne Zaudern zum Schwert gegen den gemeinsamen Feind Deutschlands und Österreichs. Mit einem Wort, Grenzboten IV 1914 3