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Die Engländer
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Die Engländer

von Professor Dr, Rudolf Lehmann

n diesen Tagen ging durch die Blätter die Nachricht, daß nach dem Vorgang des greisen Forschers Häckel in Jena eine Anzahl vornehmer Vertreter deutscher Wissenschaft auf alle Ehrenbezeu­gungen, Mitgliedschaften und Medaillen englischer Gesellschaften, die ihnen in der Friedenszeit zuteil geworden sind, verzichtet haben. Unter den mannigfaltigen Bezeugungen nationaler Gesinnung verdient dieser Entschluß eine besondere Beachtung. Denn bisher waren gerade wir Deutschen stets geneigt, den internationalen Charakter der Wissenschaft und ihre mittelbare Friedensmission zu betonen, und gerade die Männer, welche jenen Verzicht ausgesprochen haben, gehören zu denen, in deren Verhältnis zum Aus­lande sich diese weltbürgerliche Anschauung verkörperte. Hält man sich dies vor Augen, so zeigt dieser Vorgang, wie bitter der Haß gegen England ist, der die Herzen unseres Volkes von den unteren Schichten bis zu den geistig höchststehenden Männern ergriffen hat. Und in der Tat, wer in diesen Wochen um sich geschaut und gehört hat, der weiß, daß in einer Zeit, wo wir gegen unser inneres Wesen so viel zu hassen gezwungen werden, die Erbitterung gegen kein anderes feindliches Volk so stark und tief empfunden wird wie gegen England. Das Gefühl, das uns gegen Nußland erfüllt, ist nichts weniger als einheitlich. Von der Verachtung, die einzelne Mitglieder unserer Kulturnation gegen die russischen Barbaren hegen, bis zu jenen, die mit herzlicher Teilnahme das Russentum schützen und lieben, gibt es viele Nuancen, und gegenwärtig richtet sich der Haß mehr gegen jene unverantwortliche Klique in Petersburg, und die Verachtung gegen eine betrügerische Beamtenschaft, nicht aber gegen die Masse des Volkes. Den Franzosen gegenüber spürt man deutlich ein gewisses Bedauern, daß wir Feindschaft mit Feindschaft, Angriff mit Angriff erwidern müssen. Aber gegen England zeigt sich eine elementare, tiefwurzelnde Empörung.

Natürlich genug. Der russische Angriff hat etwas von der Brutalität des sinnlosen und unbändigen Elements, wie der Einbruch des Meeres in wohl­kultivierte Küstenländer. Wir fühlen, daß er unabwendbar war, und zugleich, daß die Mittel unserer Kultur ausreichen, um seine Folgen abzuwehren. In Frankreich ist es seit Jahrzehnten zu einer üblen Tradition geworden, daß eine politische Klique nach der anderen sich ans Ruder zu bringen oder sich am