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Vererbung beim Menschen
Für die Sachsen und Schwaben kann es also gegenwärtig nur heißen: getrennt marschieren. Auf diese Weise dienen sie dem Deutschtum am besten.
Die „offizielle" sächsische Politik treibt reale Gegenwartsarbeit im Dienst des Deutschtums; Wilhelm Kopony und sein Gesinnungsgenosse Rudolf Braudsch treiben Zukunftspolitik, auch im Dienst des Deutschtums.
Es gäbe eine ideale Lösung des gegenwärtigen Streites: beide Männer widmen sich ganz der Zukunftsarbeit. Das heißt: sie treten in die Reihen der Schwaben ein (Kopony hat bereits längere Zeit unter ihnen gelebt) und werden die politischen Führer der Schwaben. In einem Brief aus Westungarn werden sie bereits als die „Führer der Deutschen Ungarns" begrüßt. Voraussetzung wäre vermutlich, daß die Schwaben ihnen die nötigen Mittel zur Verfügung stellen, damit sie ganz der nationalen Arbeit leben können. Daß die Schwaben dazu in der Lage sind, kann keinem Zweifel unterliegen. Sie müßten bei den nächsten Wahlen beide Männer als ihre Abgeordneten in den ungarischen Reichstag senden (gegenwärtig sind die schwäbischen Gegenden im Reichstag nur durch madjarische Abgeordnete vertretenI). Kopony und Braudsch aber müßten aufhören, Sachsen zu sein.
Denn im heutigen Ungarn kann man nicht zugleich Sachse und Schwabe sein, zugleich sächsische und schwäbische Interessen vertreten. Danach muß sich jeder deutsche Politiker richten. Hoffnungen und Wünsche sind eine schöne Sache, der Politiker aber hat mit den gegebenen Verhältnissen zu rechnen und in- ihnen die Kunst des Möglichen zu üben.
Über Vererbung beim Menschen
von Prof. Dr. Heinrich poll (Schluß)
Für die Bearbeitung und Auffindung von feineren Unterschieden, wie sie in Heft 19 näher gekennzeichnet wurde, darf die menschliche Erbforschung noch keineswegs als völlig reif gelten. Von heute auf morgen können aber doch derartige Beziehungen bereits aus scharfstnnigenVermutungen zu greifbaren Theorien werden. Nahegerückt ist die Verwendung einer Subordinationsart sür eine Anzahl von Erbfällen, zumal aus der Vererbung der Krankheiten und Anomalien: nämlich das konditionale Verhältnis der Einheiten. Dabei stellt Dasein oder Fehlen des einen Gens die Vorbedingung für das Wirken des anderen dar. Wird, z. B. bei angeborenem Haarmangel, überhaupt kein Haarkleid entwickelt, so wird die Einheit „kraushaarig" niemals merklich wirken, trotzdem sie im Körper vorhanden und