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Reichsspiegel :
(vom 1. bis 27. April)
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Reichsspiegel

(Vom 1. bis 27. April) Minister- und Statthalterwechsel

Nach der Osterpause, von einem Ausflug an die Newa heimgekehrt, finde ich als das bedeutsamste Ereignis der inneren Politik die monarchische Ent­scheidung vor, wer fortab Statthalter in Elsaß-Lothringen sein soll, um dort die deutschen Interessen in politischer und kultureller Hinsicht auf gefährdetem Posten zn stärken. Die Wahl ist trotz eifriger Jntrigen von verschiedenen Seiten man bringt an einigen Stellen sogar die Fälschung des Kaiserbriefes an die Landgräfin von Hessen damit in Verbindung auf den preußischen Minister des Innern von Dallwitz gefallen. So gern wir Herrn von Dallwitz aus seinem preußischen Amte scheiden sehen, für das er nach unserem Geschmack nicht genügend Führertatkraft zur Verfügung stellte, so wenig wollen wir einem Pessimismus wegen seiner Berufung zum Statthalter Raum geben, wie er hier und da trotz besonderer Zurückhaltung der Presse zutage getreten ist. Vielleicht ist sogar dasjenige, was einen, preußischen Minister des Innern in den ab­gelaufenen Jahren als Mangel angerechnet werden mußte, als eine starke Eigenschaft für den neuen Statthalter zu begrüßen. In den Reichslanden gilt es zu glätten und auszugleichen, einer in den Grundzügen bereits vollendeten Reformarbeit die letzten Hindernisse aus dem Wege zu räumen, Klippen zu umschiffen, nicht aber Mauern zu sprengen oder gar Reformen anzubahnen. Und in dieser Hinsicht wird Herr von Dallwitz in den Reichslanden nach seiner ganzen Veranlagung sicher um so besseres leisten können, je mehr er sich von persönlichen Sympathien und Antipathien ganz freihält und nur das Werk ins Auge faßt, das ihm gerade deshalb anvertraut zu sein scheint, weil es eines besonders taktvollen und besonnenen Verwaltungsbeamten bedürfte.

Die Kommentare der Presse über die Ernennung des Herrn von Dallwitz sind verhältnismäßig zurückhaltend. Man sieht in ihm, ganz allgemein be­trachtet, keine Programmfigur und erwartet von ihm keine grundstürzenden Neuerungen. Solche Haltung der Presse ist durchaus erfreulich, denn bei unseren deutsch-preußischen Verhältnissen läßt sich niemals voraussagen, was