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Paul Heyse :
(gestorben am 2. April 1914)
Seite
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Die Koppe

rühnckheit übertrifft seine augenblickliche Popularität. Es fragt sich, ob das gleichbedeutend ist mit literarhistorischer Einsargung, ob er auf die Dauer mehr erhoben als gelesen werden wird.

Wir haben die Antwort schon zu geben versucht. Von Paul Heyses Lyrik und Erzählungskunst wird das beste bestehen, und das ist schon ein reicher Schatz. Als Dramatiker wird er sich zwar die Bühne nicht erobern, aber nmn wird auch in Zukunft einzelne seiner Stücke geben und andere um ihres persönlichen Gehaltes willen lesen. In seinem besten war Heyse eine aus­gesprochene Künstlernatur, zart und fein, aber auch eigensinnig seinem Wahl­spruch folgend:

Nur EmS beglückt zu jeder Frist: Schaffen, wofür man geschaffen ist."

Die Aoppe

Ich sah sie aus der Tiefe aufwärtsstreben, Die Muskeln wie im Kampfe straff gespannt Und purpurn unterlaufen; Doch in den tiefen Muskeltälern lagen Die langen Schattenzüge der Ermattung.

So war auch der Erfolg. Sie kämpfte zäh. Die Bergesbrüder trotzig überragend, Zum ruhigblanen Himmel sich empor; Doch seine höchsten Höhen zu erklimmen Gelang ihr nicht.

Er sah dem Kampfe steten Blickes zu, So Kraft wie Schwäche wohl ermessend Und über die begrenzte Kraft nicht spottend. Denn da sie seiner Stärke wahlverwandt, Deckt' er mit seines Mauteis reicher Milde Die Schwächen der Erschöpften liebreich zu.

So steht der Größere dein Großen helfend nah. Denn eine Welt von Kraft trennt beide Von der im Kleineu selbstzufriednen Menge Und eint sie brüderlich.

Georg Hermann Franke