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Reichsspiegel :
(vom 2. bis zum 8. März)
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Reichsspiegel

(Vvm 2. bis zum 8. März)

Diplomatie und internationales Vertrauen

Mit welchem Mißtrauen mag die Welt gegen Rußland erfüllt sein, wenn die einfache Tatsache eines Ministerwechsels, wie er jüngst in der Stadt Peters des Großen vollzogen wurde, genügt, die Frage aufzuwerfen, ob Rußland auf einen Krieg losgehe, ob die Politik Rußlands in den nächsten Monaten kriegerisch sein oder in friedlichen Bahnen wandeln werde. Um es gleich voraus- zuschicken, Schuld an diesem Mißtrauen ist in erster Linie die russische Diplomatie, die, in den Bahnen Jgnatjews wandelnd, nicht nur während der letzten Balkankrise, sondern auch früher schon eine Politik der Kniffe und Pfiffe getrieben hat, eine Politik, die nicht geeignet ist, Vertrauen zu werben. Möge man nun das Verhalten der russischen Diplomaten, wie Massow es in der Täglichen Rundschau tut, Prestigepolitik nennen, möge man es lediglich auf das Konto einzelner intriganter Naturen schieben, wie Gortschakow, Jgnatjew, Jswolski und andere es gewesen sind, — Tatsache bleibt, daß das Auftreten der russischen Diplomatie besonders in den letzten Jahren vieles an Vertrauen im Auslande vernichtet hat, was die Regierung durch ihr Verhalten im Innern, sei es in der Finanzpolitik, sei es in der Wirtschaftspolitik, mühsam aufbauend geschaffen hat. Die Rüstungen Rußlands an seiner Westgrenze als besonderes Zeichen seiner Kriegslust hinstellen zu wollen, scheint mir verfehlt, und daß Nußland gegen Deutschland und Österreich-Ungarn rüstet, ist so selbst­verständlich, wie es selbstverständlich ist, daß wir an unserer Ostgrenze rüsten. Sivis pacem para belluml Das Abhängen des internationalen Vertrauens von der Betätigung der Diplomatie, wie eS gegenwärtig mit Bezug aus Rußland an die Oberfläche tritt, ist ein Schulbeispiel dafür, welch außerordentlich große Bedeutung für den allgemeinen Kredit, den ein Volk in der Welt genießt, die Haltung seiner Diplomaten in sich schließt. Gilt eine Diplomatie für unauf­richtig, so liegt ihr gegenüber auch der Gedanke nahe, daß sie allen ihren fried­lichen Beteuerungen zum Trotz stets irgend etwas im Schilde führt und es in einein ihr günstig scheinenden Augenblick zum Kriege kommen läßt. Neben dem Mißtrauen