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Die Hexe von Mayen
Die im englischen Volk herrschende Stimmung gibt die Times (3. Januar 1914) in folgenden Worten treffend wieder:
„Unsere Ansicht ist, daß, wenn wir einen Tunnel haben, wir auch eine Landgrenze erlangen und es mit unserer insularen Lage zu Ende ist. Nimmt man die wirtschaftlichen und die militärischen Gesichtspunkte zusammen, so wiegen die Vorteile eines Kanalprojektes die Nachteile nicht auf, so daß das Unternehmen zu unserem Schaden auslaufen würde."
Dieses dürfte wohl auch die Ansicht der Mehrzahl des englischen Volkes sein.
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Die Hexe von Mayen
Roman von Charlotte Niese (Zweite Fortsetzung)
Während also Herr Sebastian sich sorgte und nicht wußte, wie er diese Sorge los werden sollte, stand der Stadtschreiber von Mayen im Turmgemach des dicken Turmes und hielt ein scharfes Verhör mit der ab, die als Hexe gestern abend eingebracht worden war. Der Schreiber war ein dürrer langer Mann mit vogelartigem Gesicht und dunklen Augen, die bald hierhin, bald dorthin flogen, und nicht an einer Stelle Ruhe fanden."
Er hatte eine scharfe Stimme, und diese brauchte er mit pomphafter Art.
„Woher kommst du, Dirne, und wie ist dein Name?" So begann er, und die Gefragte, die in einem wackligen Strohstuhl saß, und den Inquisitor mit zornigen Blicken betrachtete, warf den Kopf in den Nacken.
„Ich bin nicht gewohnt, wie ein Bürgermädchen behandelt zu werden, Herr! Befleißigt Euch der Artigkeit, sonst werde ich nicht antworten!"
Der Schreiber riß die Augen auf. Wer vor ihm geführt wurde, der zitterte meistens, und das machte ihm Freude. Aber dies Mädchen zitterte nicht, und ihre Sprache war klar und herrisch. Vor Herrenleuten hatte Herr Wendemut aber immer Angst. Jetzt betrachtete er die Gefangene etwas genauer. Es war eine hochgewachsene Jungfrau, mit Hellem Blondhaar, trotzig blickenden blauen Augen und einem schmalen, braungebrannten Gesicht. Sie hatte einen kleinen Mund, und wenn sie sprach, zeigte sie weiße Zähne. Sie war nicht gerade hübsch, wenigstens nicht das, was Lambert Wendemut darunter verstand;