Volksleistung und Volkswille
Lin Rück- und Ausblick von George «Lleinorv
er es über sich gewinnt, in diesen Tagen des Unmutes wegen
Zabern, den Blick prüfend über das ganze Jahr schweifen zu
lassen, ohne durch den Lärm der letzten Wochen irre zu werden,
dem muß es zum Bewußtsein kommen, welche tiefe Disharmonie
unser nationales Leben durchzittert, dem muß es aber auch klar werden, daß
es nicht wirtschaftliche Erfolge allein sind, die das Wohlbefinden eines Volkes
und eines Menschen bewirken, und daß auch eine Menge ethischer Faktoren dazu
gehören, um uns zufrieden und sicher zu machen.
So viel auch von einzelnen geklagt wird über die augenblickliche Depression
in der Wirtschaftslage, so sehr sich tatsächlich an allen Orten im Reich ein
Stagnieren gewerblicher Betätigung bemerkbar macht, ist das Jahr 1913 für
die Gesamtheit des Volkes ein gutes Wirtschaftsjahr gewesen. Deutschland ist in
der Weltwirtschaft gut abgeschnitten. „Vom Januar bis Oktober erreichte die
deutsche Ausfuhr einen Wert von 8318 Millionen Mark gegen 7223 Millionen
Mark in den ersten zehn Monaten des Jahres 1912; die Zunahme beträgt also
1095 Millionen Mark. Dagegen war die Einfuhr mit 8804 Millionen Mark
um 22 Millionen Mark niedriger als rm Vorjahr. Daraus ergibt sich für die
ersten zehn Monate des laufenden Jahres eine Besserung der deutschen Handels- Grenzboten I 1914 1