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Napoleon und Deutschland : ein Epilog zum Jubeljahr
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Humanisten und Germanisten

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Massenbewegung in sich zurückgeworfen. Allein dieses Gegners Massen vermochten ihn nicht zu bezwingen. Er sand hier wohl eine Grenze seiner Macht, nicht aber ein Ende derselben. Erst germanische Tatkraft, die in ihrem Sinn für Enthaltung und Gestaltung die Voraussetzungen seines eigenen Wesens teilte, konnte ihn gleichsam von innen her überwältigen. Dies bedeuten Leipzig und Waterloo: bloß durch die Tat konnte die Tat überwunden werden, freilich bloß durch eine solche, die die Weihe des Geistes empfangen hatte.

Humanisten und Germanisten im Kampf um unsere höhere Iugendbildung

von Gymnasialdirektor Dr. Paul Lorentz in Spcrndau

as „getrennt Marschieren, aber vereint Schlagen" ist das bewährte Verfahren gewesen, durch das unsere deutschen Heere ihre unver­gleichlichen Erfolge erreichten, Erfolge, die mit der Schöpfung der politischen Einheit eine ganz unzweifelhafte Stärkung deutsch­nationaler Kultur überhaupt herbeiführten. „Getrennt marschieren, ober vereint schlagen," das war die Losung auch bei der Erteilung der Gleich­berechtigung an die drei Gattungen von Schulen, die für unsere höhere deutsche Jugendbildung sich allmählich herausgehoben hatten. Je mehr aber die ge­forderte und gewährte Möglichkeit, die Eigenart einer jeden Schulgattung kräftiger zu pflegen, seit nunmehr zwölf Jahren in die Wirklichkeit umgesetzt wird, desto empfindlicher tritt sür den aufmerksamen Beobachter ein Mangel hervor, der unter der früheren Alleinherrschaft der einen Schulart, des huma­nistischen Gymnasiums, kaum zum Bewußtsein gekommen war. Wir haben nämlich gar kein deutlich bezeichnetes gemeinsames Ziel, das jede der drei Schulgattungen auf dem Wege der Ausbildung ihrer Eigenart erreichen soll. In den amtlichen Lehrplänen steht nichts darüber, und bei Verhandlungen über Grundfragen unseres höheren Schulwesens ist es bisher auch gar nicht mit dem erforderlichen Nachdruck erörtert worden. Die Lehrpläne, die wohl das Lehrziel für jedes einzelne Unterrichtsfach angeben, sagen auch nichts über dasjenige Ziel, auf das die Arbeit aller Fächer bei jeder einzelnen der drei Schularten hin­zusteuern hätte. Ohne ein allen gemeinsames Ziel aber wird jedes jener großen Armeekorps unserer Jugendbildung wohl erfreuliche Siege an einzelnen Punkten erringen können, es wird aber die Wucht und Stoßkraft fehlen müssen, die nur der gemeinsam gelieferten Schlacht eigen ist.