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Politik der Rangordnung
liegen, ist für uns eine Verständigung mit England das Gegebene. Die Brücke ist ja bereits geschlagen. Wir stehen mitten in der Detente, und arbeiten daran, Streitfragen, die die beiden Länder lange getrennt haben, wie die Bagdadbahnfrage, diplomatisch zu lösen und auszugleichen. Wird dies erfolgreich und geschickt durchgeführt, so ist kaum zu bezweifeln, daß sich auch weitere gemeinsame Ziele bieten werden. Und wenn diese mit gegenseitigem Vertrauen verfolgt werden, fo können wir hoffen, zu einer Entente mit England zu gelangen, die sich zwar nicht auf den ganzen Umfang, aber doch auf wichtige Teile unserer Politik erstrecken und sich in dieser Beschränkung wirksam erweisen würde.
Politik der Rangordnung
von Moritz Goldstein in Berlin-Friedenau
aß man sich seine politische Partei, als eine Sache der Gesinnung und Überzeugung, selber wähle, ist bekanntlich eine Fabel, ersonnen und aufrecht erhalten von Leuten, die diese Fiktion für ihre Propaganda und Demagogie nötig haben. Die Wahrheit ist, daß man in die Partei hineingeboren wird, genau so wie in seine Religion. Das hindert weder diese noch jene, eine Sache der Überzeugung zu sein, für die man leben und sterben kann; es hindert auch nicht, daß der eine und andere die angeborene Religion oder Partei verläßt und sich eine neue wählt, aus lauteren oder trüben Gründen. Daß der Adel konservativ, der Proletarier demokratisch gesonnen sei, ist eine Sache der Geburt und ohne weiteres begreiflich. Aber auch der Liberalismus macht keine Ausnahme von der Regel, obschon der liberale Mann sie nicht gelten lassen und sich auf den Namen Liberalismus berufen wird, welcher klar und unzweideutig eine Gesinnung andeute. Die Gesinnung nämlich derjenigen, welche den gewaltsamen Umsturz des Bestehenden ebenso verdammen wie das gewaltsame Festhalten am Hergebrachten, dafür aber den stetigen Fortschritt des Staates und der Menschheit im allgemeinen wünschen und für ihre Person zu fördern bemüht sind. Dieses Streben — werden sie sich vernehmen lassen — setze voraus, daß man das Wohl des Einzelnen und Kleinen dem des Ganzen und Großen unterzuordnen wisse, und es sei also eine Sache der Wahl, mindestens des Charakters, kurz der Überzeugung. Allein die Berufung auf seine Überzeugung ist ein Beweismittel, dessen Gültigkeit endlich bestritten und dessen Gebrauch verboten werden sollte. Denn es tut sich