Die XIV. internationale Revue der Alkoholgegner in Mailand
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einstiger Gottheiten zeigen um deren Hals und in deren Hand den Ring. Unter dem Schutze des Ringes kämpfen die Krieger. Gleich den Männern tragen auf alten Skulpturen die Frauen den Halsring*).
Auf einer der Schmalseiten des im Louvre befindlichen uralten Grabreliefs, das von der ägäischen durch ihre einstigen Goldbergwerke berühmten Insel Thasos stammt, tragen zwei der dort dargestellten Nymphen einen großen Ring in der Hand. Dieser Ring ist ein völlig geschlossener Ring. Der um den Hals zu tragende Ring bedarf aber einer besonderen Einrichtung, wie sie die römische toi-que8 zeigt: der Ring bleibt an einer Stelle offen und wird aus Metallstoff gewunden (toi-quers!), damit er auseinander gebogen und so um den Hals gelegt werden kann.
Unsere ethnologischen Sammlungen weisen alle Arten solcher Ringe aus. In großer Zahl enthält sie der neuerlichst entdeckte Eberswalder Goldschatz, den Sachkundige als im siebenten oder achten Jahrhundert entstanden bezeichnen.
Daß bei dieser Bedeutung des Ringes seine Nachbildung im Gebäck namentlich bei Opferfesten der heidnischen Zeit eine große Bedeutung hat, ergab sich hiernach von selbst; der Sonnengott war auch der Schutzgott des Ackerbaus und der Ernte.
^Fortsetzung folgt)
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Die XIV. internationale Revue der Alkoholgegner
in Mailand
von Dr. Max Warnack in Berlin
n der letzten Septemberwoche tagte zu Mailand der XIV. internationale Kongreß gegen den Alkoholismus. Mehr noch als seine Vorgänger (1911 im Haag, 1909 zu London) gestaltete er sich zu einer höchst wirkungsvollen Kundgebung, die nicht sowohl durch die Beteiligung der Regierungen der meisten Kulturstaaten und einer sehr beträchtlichen Zahl von Vertretern alkoholgegnerischer Vereinigungen nnd Privatpersonen — ihre Zahl wird ungefähr vierhundert betragen haben — als durch Art und Umfang des mit großer Gewissenhaftigkeit erledigten Arbeitsprogrammes ein besonderes Gepräge erhielt. In sechs Tagen wurde in Vor- und Nachmittagssitzungen eine Fülle von Berichten entgegen-
*) Vgl. Hettner, Steindenkmäler des Museums zu Trier S. 269. Steinhausen, Germanische Kultur in der Urzeit S. 131.