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n letzter Zeit mehren sich die Meldungen, die von einer Änderung der britischen Politik in China zu berichten wissen. Die Haltung Englands China gegenüber ist für dessen Geschichte und damit für die gesamte Entwicklung der Dinge in Ostasien schon mehr als einmal entscheidend gewesen und auch heute noch von besonderer Bedeutung. Grund genug, jenen Meldungen ganz besondere Beachtung zu schenken. Eine Schwenkung Englands jetzt, eine Änderung in seiner bisherigen Haltung kann einen völligen Umschwung herbeiführen und im unruhigen, überraschungsreichen fernen Osten wieder einmal eine ganz neue Ära anbrechen lassen. Dabei steht auch gerade für Deutschland mehr als genug auf dem Spiele.
Die neue Zeit in der Geschichte des fernen Ostens brach bekanntlich mit dem chinesisch-japanischen Kriege von 1894/95 an. Er entschied über die Machtstellung Chinas im Norden des Reiches. Er rief die Mächte in Ostasien auf den Plan. Er wurde auch entscheidend für die Stellungnahme Englands in der nächsten Zeit zu den sich entwickelnden Fragen. Der Angelpunkt der englischen Politik war die Furcht davor, daß Rußland in Ostasien am Stillen Ozean eine die englische Herrschaft bedrohende Machtstellung erlangen könnte. England war zunächst in dem Glauben, daß China stark genug sei, um Rußland erfolgreich Widerstand leisten zu können und seine Stellung in Ostasien zu behaupten. Deshalb bestärkte England China auch in seinem Widerstande während seines Konflikts mit Japan in Korea, was dann zu dem Unglück- . lichen Kriege führte. Die Haltung Englands war damals so, daß man in China zum Teil glaubte, auf Englands tätige Hilfe rechnen zu können. Als Grenzboten IV 1913 16