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Maßgebliches und Unmaßgebliches
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maßgebliches und Unmaßgebliches

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Heeresfragen

ÄomdeutschcuMilitärsmlitiitswcsen. Aus

dem vom Preußischen Kriegsministerium her­ausgegebenen Sanitätsbericht 1909/10 ist zu ersehen, daß von 317626 insgesamt behan­delten Mannschaften des deutschen Heeres 290464 unter militärärztlicher Behandlung genesen und wieder dienstfähig geworden und nur 598, das find 1,9 Promille der Behan­delten bzw. 1,1 Promille der Kopfstärke des Heeres, gestorben sind. Demgegenüber ist die Sterblichkeit der männlichen Gesamtbevöl­kerung im Alter von zwanzig bis unter dreißig Jahren eine beträchtlich höhere, denn im Jahre 1910 starben im Deutschen Reiche 24233 männliche Personen der vorerwähnten Altersklasse und auch im Königreich Sachsen, dessen Sterblichkeitszisfer eine besonders nie­drige zu nennen ist, starben im gleichen Jahre von 392675 männlichen Personen im Alter von zwanzig bis unter dreißig Jahren nicht weniger denn 1591, das sind 3,3 Promille eine mehr als dreimal größere Sterbeziffer gegenüber der des deutschen Heeres. Von je 1999 insgesamt behandelten Soldaten sind 914,6 als geheilt und dienstfähig entlassen worden, was nicht etwa ein zufällig günstiges Ergebnis für ein einzelnes Jahr ist, da in den Jahren 1900/01 bis 1909/10 bie Zahl der geheilt und dienstfähig Entlassenen durch­schnittlich jährlich 910,0 betrug. Insbesondere sei hervorgehoben, daß von 404 Diphtherie­kranken im Berichtsjahre nur 7 starben, daS sind 1,9 Prozent gegen 3,4 Prozent 1899/1900 und 4,7 Prozent 1890/91. Auch die Wund- infeklionskranZheiten.welchefrüherderSchrecken der Soldaten waren, spielen mit einem Zu­gang von 0,10 Promille der Jststärke des gesamten Heeres nur noch eine untergeordnete Rolle, ebenso der Unterleibstyphus mit 0,06 Todesfällen auf 1000 Mann der Jststärke, während im gleichen Jahre diese Verhültnis- ziffer für die französische Armee 0,65, für das österreichisch-ungarische Heer 0,21 betrug. Auch starben von hundert im Berichtsjahre in den Garnisonlaznretten behandelten Typhltskranken mir 9,9, während z. B. die Sterbeziffer bei

den in den sächsischen allgemeinen öffentlichen Krankenhäusern behandelten Typhuskranken im Durchschnitt der Jahre 1906 bis 1910 16,02 Prozent beträgt. Ferner belief sich im Berichtsjahre 1909/10 die Sterbeziffer an Lungenentzündung im deutschen Heere nur auf 0,16 Promille der Kopfstärke gegenüber 0,34 im französischen und 0,26 Promille im österreichisch-ungarischen Heere. Auch die Be­kämpfung der Grippe, Ruhr und Tuberkulose unter den deutschen Soldaten hat in den letzten Jahren nachweislich große Erfolge gehabt. Übrigens betrug der Zugang von venerisch-kranken Soldaten in der deutschen Armee 20,8 Promille der Jststärke gegenüber 54,7 in der österreichischen und 65,9 Promille in derenglisch-indischen. Von den venerisch-er- krankten deutschen Soldaten wurden 87 Prozent wieder völlig hergestellt. Es erübrigt noch her­vorzuheben, daß der rechtzeitigen Ermittlung verborgener Geisteskrankheiten, insbesondere des angeborenen Schwachsinns und der er­erbten geistigen Minderwertigkeit die größte Aufmerksamkeit von seilen der Sanitätsoffi­ziere zugewandt wurde. Die Sterblichkeit an Magengeschwür und an Unterleibsbrüchen ging erheblich zurück. Drei Fälle von schwe­rem, der innerlichen Behandlung trotzen­den Magengeschwür wurden operativ geheilt und die Zahl der trotz der Bruchoperation dienstunbranchbar bleibenden Leute zeigte eine erfreuliche Abnahme. Von 1043 we­gen Blinddarmentzündung beziehungsweise beginnenden Bauchfellentzündung operierten Soldaten konnten nicht weniger als 893, das sind 35,6 Prozent als dienstfähig wieder zur Truppe entlassen werden. Überhaupt war die operative Tätigkeit der Sanitätsoffiziere reich an Erfolgen. Narkosenunfälle sind im Berichtsjahre überhaupt nicht vorgekommen, in welchem 2634 größere Operationen aus­geführt wurden. Nach Ausschaltung von neun von vornherein aussichtslosen chirurgischen Hilfeleistungen bei Selbstmördern und 11 Ope­rationen bei zu weit verbreiteter Tuberkulose verbleiben 2614 schwere Operationen mit späterem tätlichen Ausgang in 85 Fällen, d. i. mit einer Mortalität von nur 32,5 Pro-