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Wesel
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Wesel

(^b. September l»c>9)

Abend umfing die rheinische Stadt,

Die Festung sah trotzig ins Dunkel,

Die Kasematte erhellte matt

Einer Kerze flackernd Gefuukel;

Elf schwarze Schnürröcke traf ihr Schein,

Elf Offiziere, elf Jungen,

Elf Söhne und Brüder und Freier fein,

Die tapfer ihr Schwert geschwungen. —

Schwarz ragte draußen die Nheinbastio». —

„Nun, guter Labroussc, was bringt ihr da an? Den Ruf in die Freiheit, die süße?"

— Der Graubart vom Regiment Chavanne Setzt heut' so zögernd die Füße! — „Weist her, aus des Kaisers Geheimkanzlei?"

— Sie scharen sich um den Alten — „Lies vor doch, Wedell, was es auch sei, Statt länger uns hinzuhalten!"

Er liest, von den andern dichter umringt

— Zehn Söhnen von deutschen Müttern —, Er liest — und in seiner Stimme schwingt Ein leises, verhaltenes Zittern. —

Nacht webt über der Nheinbastion.

Grenzbolen III 1913