Sturm
Roman
.l,, , i von Max Ludwig-Vohm (Vierzehnte Fortsetzung)
In Schloß Borküll war es still geworden. Beängstigend still, hätte jeder andere empfunden. Aber Wolff Joachim fühlte sich wohl. Zum erstenmal in diesen zwei Tagen kam er wirklich zur Ruhe.
Nach der Abfahrt der Wagen war der Koch, Peter Hornbruch, ein Danziger, an ihn herangetreten und hatte mit mühsam verhaltener Angst berichtet, daß die gesamte Dienerschaft, selbst die Mägde, das Haus verlassen hätten.
„Sie werden wiederkommen! Für mich allein brauchen Sie kein großes Menu zu kochen. Das Meeting dauert nicht ewig. Und von den Phrasen dort wird keiner satt. Der Hunger wird sie nach Hause treiben."
„Wenn sie nur nichts im Schilde führen. . ."
„So töricht werden unsere Leute Nichtsein, sie haben es doch nicht schlecht auf Borküll! Und gestern erst hat man den Aufwieglern das Fell gegerbt!"
„Es gibt aber doch Unzufriedene. Da ist das Küchenmädchen, die Lena. Heut Morgen hat sie gesagt: das ist die letzte Schokolade, die ich koche. Morgen muß sie mir Fräulein Mara servieren. Was ist das für ein Blödsinn? habe ich gefragt. Da haben sie mir den Rücken gedreht und alle zusammen ge> tuschelt. Ich habe es nur nicht verstanden..."
Wolff Joachim lachte leicht hin: „Kindereien! Merken Sie sich die Frechen, damit wir sie fortschicken können, sobald es geht. Und jetzt beruhigen Sie sich, Hornbruch. Wir wollen die Türen schließen. Und wenn einer der Buschwächter kommt, schicken Sie ihn mir. Den Kaffee bringen Sie ins Herrenzimmer!"
Peter Hornbruchs Grauen war durch diese Worte nicht vermindert. Er hätte gern von seinen Befürchtungen noch mehr gesagt, aber der Baron hatte ihn stehen lassen und war ins Zimmer gegangen.