Maßgebliches und Unmaßgebliches
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gebracht. Ich habe die Augen aufgeschlagen. Ein goldener Sonnenstrahl fällt auf die Decke meines Lagers. Aber noch Heller strahlen die Freudenblicke der Meinigen, die Blicke von Weib und Kind, die, neben meinem Bette stehend, sich meines Erwachens aus langem, Genesung bringenden Schlafe erfreuen. „Gottlob, nun bist du erwacht, und hoffentlich auch wieder ganz gesund. Das böse Fieber ist von dir gewichen. Der Arzt sagt, daß dieser Schlaf dir die Gesundheit wiedergeben würde." „Und die Menschensparkasse?" — frage ich, noch halb schlaftrunken. Da lächelt mein Weib: „Du hast geträumt, mein Lieber, erwache nun und kehre zum Leben, zu den Deinigen zurück!" <?
Maßgebliches und Unmaßgebliches
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Zu den Krupp-Prozessen*) Wenn man die Kommentare der Presse zum Abschluß des ersten Krupp-Prozesses vor dem Militärgericht zu Berlin liest, könnte man zu der Ansicht gelangen, daß jene Enthüller, die die un- angenhme Geschichte an die Öffentlichkeit gezerrt haben, die interessanten, wenn auch verdammungswürdigen Hauptpersonen des Peinlichen Prozesses seien. Seit wann ist es bei uns üblich denjenigen, die dein Strafrichter Opfer zutreiben, eine so große Beachtung in der Öffentlichkeit zu schenken, wie es eben geschieht? Worum dreht es sich denn bei den Krupp-Prozessen? Um die Moral des Herrn von Metzen oder die Agitationslust und Ruppigkeit des Herrn Liebknecht? Durchaus nicht I Es handelt sich darum, daß, wie Kriegsgerichtsrat Dr. Welt zutreffend in seinem Plaidoyer ausführte, der untere Angestellte Brand einer Privatfirma mit 8500 Mark Repräsentationsgeldern auf die subalternen Organe einer Staatsbehörde, des Kriegsministeriums, „losgelassen" wurdel Die verächtlichen MotiveMetzens und Liebknechts haben mit dem Wesen der Prozesse gnr nichts zu tun und sind somit für die Allgemeinheit nur von ganz anderen, das Prozeßmaterial nicht streifenden Gesichtspunkten aus von Interesse.
*) Vgl. den Aufsatz „Krupp" in Heft 19 vom 7. Mai 1913.
Metzens Handlungsweise Krupp gegenüber wirft ein sehr böses Licht auf gewisse Gepflogenheiten von Agenten und Vertretern, mit denen sich die Verbands- und Fachpresse der Agenten auseinandersetzen mag, — Liebknechts Auftreten gehört ins Gebiet der Politischen Taktik. Wer es ernsthaft mit der Beseitigung der nun einmal aufgedeckten Schäden meint, sollte diese Taktik, und wenn sie uns noch so Peinlich berührt, nicht verquicken mit dem Ziel der Prozesse I Die Sozialdemokratie läßt sich nachhaltiger und sicherer mit anderen Mitteln bekämpfen. Wenn diese Taktik überhaupt erfolgreich sein, wenn Liebknecht jene Rede im Reichstage halten konnte, die die bekannten Verunglimpfungen der deutschen Armee enthielt, jene Rede, die dem den Einzelheiten verständnislos gegenüberstehenden Auslande einen Schein des Rechts gab, von einer Korruption im deutschen Offizierlorps zu sprechen, so ist dafür niemand anders verantwortlich zu machen, als diejenigen politischen und militärischen Stellen, die Liebknecht nicht zuvorgekommen sind, obwohl sie es konnten. Nach dem gelungenen „Überfall" des Untersuchungsrichters in Essen und nachdem die Beziehungen Brands zu den Angeklagten Tilian und Genossen feststanden, durfte die Regierung kein Interesse mehr daran haben, eine Angelegenheit der bürgerlichen Öffentlichkeit zu verheimlichen, über die, wie der Kriegsminister selbst zugab, die sozialdemokratische Partei bis ins einzelne unterrichtet war. Die Zurückhaltung, für die sachliche Gründe nicht vor-