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Roman von Max Ludwig-Dohm (Siebente Fortsetzung)
Nach jenem mißglückten Sveach auf dem Gutshof hatte sie sich zur Mutter begeben, um Bericht zu erstatten. Auch der Maler war zunächst auf sein Zimmer gegangen, verließ es aber sofort wieder und holte das Bild aus dem Korridor zu sich herauf. Er schloß die Tür hinter sich und ging mit einem fieberhaften Eifer daran, die zerbrochene Holztafel von der Staubschicht zu säubern, die sich oben unter dem Bodengerümpel auf ihr abgelagert hatte. Er entnahm von dem Inhalt verschiedener Flaschen und wusch und rieb damit, um die Farben aufzufrischen. Er griff zu einer Lupe und untersuchte die Ecken des Bildes. Da sah er endlich seine Vermutung bestätigt; die Spannung seines Gesichtes loste sich und verwandelte sich in ein triumphierendes Lächeln. Liebkosend strich seine Hand immer wieder über das leuchtende Inkarnat dieses wollüstig hingegossenen Frauenkörpers. Da ließ ihn ein leises Klopfen an der Tür zusammenschrecken. Es war Mara. die durch die Ankunft des Barons Schledehausen in Angst um ihren Freund versetzt war. Das Bild flog unter die Bettdecke, und der Maler öffnete.
„Bitte bleiben Sie jetzt auf Ihrem Zimmer!" sagte Mara atemlos. „Schledehausen mißbilligt unsere Verhandlungen mit den Arbeitern und ist in großer Erregung darüber. Mama ist wieder einer Ohnmacht nahe und macht Tante Emerenzia und mich dafür verantwortlich."
Der Maler warf mit einer kühnen Kopfbewegung sein langes Haar aus der Stirn: „Ich fürchte mich nicht vor dem Herrn Baron. Es ist das beste, ich spreche mit ihm. Er wird sich Vernunftgründen beugen."
„Auf keinen Fall!" Mara klangen noch die zornigen Worte des Barons im Ohr: „Mag sich dieser hergelaufene Kerl doch zu allen Teufeln scheren. Er richtet nur Unheil au mit seinen bornierten Ideen. Er muß sofort runter vom Hof!"