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Maßgebliches Unmaßgebliches
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

Tages fragen

Eine Universalhochschule in Dresden? Die Universitätsprojekte Frankfurts und Hamburgs haben auch in Sachsens Haupt­stadt den Gedanken einer Universitäts­neugründung genährt, und man scheint in Dresdener leitenden Kreisen mit allen Mitteln auf das gesteckte Ziel hinzuarbeiten; ja, die Frage ist in Dresdener Ratskreisen offenbar schon soweit geklärt, daß man sich auch über Einzelheiten der Organisation durchaus klar geworden ist.

Seit die Frage einer Dresdener Universität einmal aufgeworfen und in den Zeitungen behandelt wurde, ist man diesem Projekt auch in größeren Abhandlungen bereits näherge- getreten, von denen wir die wenig durchdachte SchriftNational - Hygiene - Museum und Universität in Dresden?" (Dresden bei Holze und Pahl) getrost übergehen können, während die AbhandlungZur Frage der Errichtung einer Universität in Dresden, von Philacade- micus" (Dresden bei Burdach) wegen ihrer wohlerwogenen Darlegungen, deren Motive wir Wohl zum Teil der Initiative des rührigen Dresdener Oberbürgermeisters Dr. Beutler auf Rechnung setzen dürfen, ein näheres Eingehen verdient.

Die Frage einer Dresdener UniverMts- gründung wurde zum erstenmale dadurch aufgeworfen, daß die sächsische Negierung be­

absichtigte, das Veterinärinstitut von Dresden nach Leipzig unter Angliederung an die dor­tige medizinische Fakultät zu verlegen. Bei einem so weitgreifenden Problem wie dem, zur Erhaltung des Veterinärinstituts in Dresden eine eigene Universität zu gründen, mußte zunächst der Beweis erbracht werden, daß zunächst einmal überhaupt ein Bedürfnis nach einer neuen Universität vorhanden sei. Und zum andern bedarf es des Beweises, daß gerade Dresden der geeignete Ort für eine solche Neugründung sei.

Wenn wir uns die Überfüllung ansehen, die in allen akademischen Berufszweigen (ab­gesehen von dem der Theologen) heute herrscht, scheint mir die Gefahr der Heranzüchtung eines akademischen Proletariats doch so groß, daß auch statistische Berechnungen diese Be­sorgnisse nicht zu zerstreuen vermögen. Gänz­lich schief niuß eine solche statistische Berech­nung werden, wenn die Frequenz unserer deutschen Universitäten mit der ausländischer verglichen wird, die zum großen Teil auf einem gänzlich anderen Niveau aufge­baut sind. Wenn das Bedürfnis nach weiteren deutschen Universitäten in dem behaupteten Sinne wirklich vorhanden ist, so dürften wohl die Frankfurter und Hamburger Pro­jekte für lange Zeit ausreichen.

Die Ratsverwaltung Dresdens hat ein­gesehen, daß sie nach Analogie Frankfurts nickt vorgehen kann, daß sie der staatlichen