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Die Rodia : Erzählung aus Ceylon :
(Schluß)
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Die Rodia

Lrzählung aus cLeylon von Ronrad Guonthcr (Schluß) ^ ^

Der Pflanzer wurde unterbrochen. Eine tamilische Frau erschien und richtete ihm in ihrer Sprache etwas aus. Während sie nur unverständliche, aber wohllautende Worte sprach, bewunderte ich ihre Tracht. Es war dieselbe, die der Pflanzer soeben an der Rodia geschildert hätte. Das gelbrote Gewand umschlang leicht den Unterkörper, das Ende war dann togaähnlich über die eine Schulter gezogen und hinten wieder an der Hüfte festgesteckt. Der Körper trat plastisch unter den malerischen Falten hervor, die schlanken Füße waren fast bis zu den Knien frei. Im Nasenflügel steckte kokett ein goldenes Rosettchen, ein Schmuck, den an dieser Stelle nur Tamitinnen, nie Sin gh alesinnen tragen.

Die Auskunft der Frau schien für den Pflanzer erfreulich zu sein, heiter gab er Antwort und tat seine Fragen, und noch spielte ihm ein Lächeln um die Lippen, als sie gegangen war, er sich wieder zu mir wandte und in seiner Erzählung fortfuhr: ^

Ich sah von Widschaja in den nächsten Wochen nichts. Schmerzlich ver­mißte ich die einzige Unterhaltung, die sich mir in meinem Weltabgeschlossenen Winkel geboten hatte. Auch im Dorf hielt man sich von mir zurück. Man grüßte mich zwar mit derselben Höflichkeit wie vorher, aber es fehlte das freund­liche Lächeln in den Gesichtern, mit dem groß und klein mich sonst bewill­kommnet hatte. Widschajas Vater sah ich nicht; er zog sich offenbar jedesmal in sein Haus zurück, wenn ich durch das Dorf giM Die Leute hielten mich wohl nicht für irgendwie beteiligt an der Tat ihres Königssprossen, aber mein Anblick rief ihnen das traurige Ereignis immer wieder wach, auch wußten sie, daß ich ihre Handlungsweise nicht billigte.

Endlich, als noch einige weitere Wochen vergangen waren und Widschaja immer noch nicht kam, beschloß ich, ihn aufzusuchen. An einem frühen Morgen betrat ich den schmalen Urwaldpfad. Kerzengerade ragten zu beiden Seiten die hohen Stämme empor; wie grüne Federpelze umgaben sie von allen Seiten die schmalen Blätter der Schlingpflanzen, während hier und da hoch oben von einem