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Carl Jentsch : zu seinem achtzigsten Geburtstag am 8. Februar
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MM

(Larl Jentsch

Zu feinein achtzigsten Geburtstag am 3. Februar

enn in diesen Tagen in allen Gauen Deutschlands dankbares Gedenken in Gruß und Glückwunsch seinen Ausdruck findet und -Carl Jentsch in seiner Zurückgezogenheit aufsucht, so mag dies davon zeugen, daß bei uns trotz aller Nivellierung die Freude an dein, was Allgemeingültiges zur Individualität umbiegt, die Freude am Manne, der den Stempel des Eigenen trägt, noch nicht geschwunden ist. Wir ehren uns, wenn uns der achte Februar ein Fest bedeutet, da achtzig Jahre starker Lebensarbeit eines Tapferen sich vollenden.

Carl Jentsch ist in einer Zeit erwachsen, die für uns Jüngere beinahe unglaubhafte Züge trägt, in einer Zeit, da die Freiheit zu den verbrieften Rechten eines Jungen gehörte, der durch sie und in ihr selbständig Denken und Handeln lernte. Aus ihr schöpfte cr den nötigen Vorrat an Lebenslust, Lebens- und Kampfesfreude, der nun einmal zur Überwindung der Unbill des Lebens unumgänglich nötig ist.

Mit dreizehn Jahren saß Carl Jentsch in der Prima der höheren Bürger­schule seiner Vaterstadt Landeshut in Schlesien, ohne vom Berechtigungswesen, von Schulräten, einem Provinzialschulkollegium oder Inspektionen eine Ahnung zu haben. Da sowohl Lehrer als Schüler Leben und Arbeit ungehindert nach ihrem eigenen Temperament einrichten konnten, fühlte sich keiner überbürdet. Der Hinweis auf ein erschwertes Vorwärtskommen im späteren Leben hätte keinen richtigen Jungen an die Schulstube und an seine Hefte, die oft genug die Lehrbücher ersetzen mußten, zu fesseln vermocht. Daß Schulknaben sich wegen Strafen oder wegen Sitzenbleibens erhängen könnten, wäre der damaligen Generation einfach fabelhaft vorgekommen. Schnlstrafen gehörten vielmehr zu den Ereignissen, die Abwechslung ins Schulleben brachten und es amüsant machten.

Der Vater von Carl Jentsch. ein Buchbinder, war Protestant, die Mutter Katholikin, und sie ist es gewesen, die ihren Sohn dem Katholizismus zu­geführt hat. Der Mann ihrer Schwester, ein protestantischer Volksschullehrer, bei dem Carl Jentsch einstmals zu Besuch war, schlug ihm vor, den Lehrer­beruf zu ergreifen und Carl Jentsch war geneigt, auf diesen Vorschlag ein­zugehen, aber die Mutter entzog ihn dem Einfluß ihres Schwagers, hauptsächlich in dem Wunsche, ihn für den Katholizismus zu gewinnen. Von früh auf