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Deutschland und die Erschließung Chinas
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Die Bevölkerung Europas

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um Bedingungen zu stellen, die ihre politische Expansion fördern, daher aber für China nicht annehmbar sind. Das Sechs - Mächte - Syndikat hat sich nach dem Abbruch der Verhandlungen im Herbst dieses Jahres nicht aufgelöst, sondern besteht fort und inzwischen sind neue Verhandlungen zwischen ihm und der chinesischen Regierung eingeleitet worden. Es bleibt abzuwarten, ob sie zu dem im Interesse Chinas erwünschten positiven Ergebnis führen. Jedenfalls ist es Aufgabe unserer Diplomatie, die Gestaltung der finanziellen Verhältnisse Chinas mit Aufmerksamkeit zu verfolgen und Deutschland in dieser Richtung diejenige Stellung zu sichern, die ihm gebührt. (Schluß folgt)

Die Bevölkerung Europas

von Dr. Ditzel in Hannover

u den wichtigsten und zugleich am schwierigsten durchführbaren volkswirtschaftlichen Aufgaben gehört die statistische Erfassung der Volkszahl eines Landes. Noch schwieriger wegen der Ungleich- mäßigkeit des zur Verfügung stehenden Zahlenmaterials ist die Festlegung der Volkszahl eines Erdteils oder eines von ver­schiedenen Staaten eingenommenen natürlichen Läudergebiets größerer Aus­dehnung. Handelt es sich um Gebietsteile, deren Bevölkerung noch nicht kultiviert ist, dann sind wir auf Schätzungen von sehr zweifelhaftem Wert an­gewiesen. Meist wird es sich dann darum handeln für ein engbegrenztes Gebiet die Bevölkerung zu zählen und uuter Benutzung der gefundenen Volksdichte für einen größeren Flächenraum, für den die Besiedlungsbedingungen dieselben sind, die Zahl der Bewohner zu berechnen. In Ländern, die eben erst der Kultur erschlossen werden, bedeutet es schon einen Fortschritt, wenn Familienzählungen vorgenommen werden. Die Volkszahl ergibt sich dann angenähert durch Multi­plikation der Familienzahl mit der durchschnittlichen Kopfstärke der Familien. So ist in China im Jahre 1910 zum erstenmal eine derartige Familienzählung durchgeführt worden, die unter Zugrundelegung einer durchschnittlichen Stärke der Familien von fünf Personen statt der bisher geschätzten 360 Millionen Bewohner nur 301 Millionen ergab. Schwierigkeiten ergeben sich in Staaten, in denen die Frau sich in ungeachteter Stellung befindet, wie in den moham­medanischen Ländern, da dort vielfach nur die männliche Bevölkerung gezählt wird. So besitzen wir von der europäischen Türkei und den Balkanstaaten aus den siebziger Jahren nur Angaben über die männliche Bevölkerung. Ungenauig- keiten bei der Volkszählung werdeil bedingt durch das Vorhandensein mehrerer, sich vielleicht bekämpfender Nationalitäten in ein und demselben Staatengebiet.