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)m alten Serail von Stambnl
gehören ganz andere Mittel als die Verweigerung eines wirksamen Kinderprivilegs odereiner gerechten steuerlichen Behandlung desEinkommensderHaushalts- angehörigen. Jede Verquickung dieser Fragen mit der Höhe der Kommunalabgaben muß zu schweren und verhängnisvollen Fehlschlüssen führen. Mögen die zur Entscheidung berufenen Faktoren des Landtages und der Staatsregierung auf allen für eine gesunde Volksvermehrung in Betracht kommenden Gebieten auch auf den der Einkommensteuer rechtzeitig und großzügig das tun, was das Interesse des Vaterlandes erfordert!
Im alten Serail von Stambul
von Max Larsen in Konstantinoxel
icht die Bewunderung architektonischer Meisterwerke macht den Besuch des alten Serail von Stambul zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Es ist das Bewußtsein, an Stätten geweilt zu haben, die vierhundert Jahre lang Macht und Glanz berühmter türkischer Herrscher sahen, die noch heute die größten Heiligtümer des Islam bergen, und deren Vorhandensein die Phantasie unablässig mit Bildern verfolgt, die höchstes Glück und bitterste Verzweiflung in bunter Folge bringen.
Gibt es noch einen zweiten Königspalast, dessen Terrassen, Mauern und Zinnen wie ein einziger gewaltiger Märchenthron den blauen Fluten der See entsteigen, dessen Türme und Kuppeln von grüneren Bäumen umrauscht werden, über den ein schönerer Himmel sich spannt? Hat je eine Kaiserburg auf historisch gleich geheiligtem Boden gestanden? Die Akropolis des alten Byzanzl
Ganz trocken berichtet die Chronik, Muhammed der Zweite habe auf den Trümmern des Kaiserpalastcs der Byzantiner ein Lustschloß zu bauen begonnen. Dieses wurde schon unter Suleiman dem Ersten die Residenz der Sultane und hat dann fünfundzwanzig Herrscher in seinen Mauern regieren sehen.
Dem innersten Serail vorgelagert sind zwei Höfe, von denen nur der erste, der Janitscharenhof, der Allgemeinheit zugänglich ist. Man betritt ihn, von Santa Sofia kommend, bei dem Kaisertor Bab-i-Humayun. Hier zieht bei festlichen Gelegenheiten der Sultan noch heute in den Serail ein. Aber dasselbe Tor hat auch andere Bilder gesehen. An seinen Pfosten hing man die Köpfe der Wesire oder Minister auf, die als Opfer der Eifersucht irgendeines mächtigen Paschas oder unzufriedener Janitscharen gefallen waren. Wenn das Volk des Morgens hier vorüberkam und sein Gebet für den Padischah stammelte, sah es