Ein Rapitel zur Entstehungsgeschichte des Krieges
ie Gedankengänge des Feld--, Wald- und Wiesensozialisnms haben uns im ganzen wenig Neues über unsere Anficht vom Kriege und seine Entstehungsgeschichte gebracht. Wenn man die Ideen der tüchtigen und klugen Leute verfolgt, die wir in allen Ländern unter den Sozialisten finden, so kommt man gewöhnlich zu einem Punkt, wo sich irgend etwas wie eine große Mauer auftürmt, über die der sozialistische Denker nicht herüberklettern kann. Es ist die Mauer der Partei- doktrm. Die Jdeengänge vom Kapitalismus werden auf irgend eine gezwungene ^eise in das Gedankensystem hineingebracht, der alte Leisten hervorgeholt^ und es fängt eine Schablone an, die man nicht vertragen kann.
Nach der reinsozialistischen Anschauung hat schließlich der Kapitalismus in allen Staaten den Krieg verursacht, oder wenigstens einen erheblichen Teil daran gehabt. Klassengegensätze und Klassenpolitik in den einzelnen Ländern spielen bei der sozialistischen Betrachtungsweise eine große Rolle. Solche Ideen- gange, so einseitig sie sind, haben trotzdem ein Gutes, 'ihr Nachdenken führt uns dazu, uns über gewifse Zusammenhänge der großen auswärtigen Politik nnt der inneren Politik in manchen Ländern — besonders in Rußland ist das nutzlich — Rechenschaft zu geben. Das haben wir bisher zu wenig getan, -^abei müssen wir uns hüten, durch allzu große Generalisierungen den Fehler n sozialistischen Gedankengänge nachzuahmen. Zu der hier gestreiften Frage haben russische Sozialisten wertvolle Beiträge geliefert, auf die ich später zu sprechen komme.
Wir erinnern uns, daß die Krisis, die dem Kriege vorherging, in eine ijm fiel, die für zwei Länder nicht leicht war. England hatte schwere Ver- sassungskämpfe hinter sich, die Home Rule-Frage spaltete das Land in zwei
ager, die sich immer feindlicher gegenüberstanden. Der König hatte vergeblich den Konflikt beizulegen versucht. In Irland hatten sich die Gegner bewaffnet, ein Bürgerkrieg schien bevorzustehen.
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