Nochmals: Die heutige Soldatcnsprache
187
Zeit kommen, wo wir außerstande sind, der Nachfrage nach Formern zu entsprechen, können wir darauf eingehen, daß die Belgier Arbeit unter der Bedingung enthalten, daß die Unternehmer versprechen, daß, im Falle Entlassungen vorgenommen werden müssen, dann die belgischen Former zuerst an die Reihe kommen." Ähnliche Schwierigkeiten wurden in England auch, wie der „Daily Telegraph" im Juli 1915 berichtet, bei der Einstellung der kanadischen Mechaniker beobachtet. Dasselbe Bild liefert aber auch Frankreich. Nach Mitteilungen von „Nasche Slowo" vom Februar 1915 über eine Versammlung des Arbeitersyndikats im Pariser Schneidergewerbe, dem sehr viele Russen angehören, kennzeichnet der Organisationsleiter die Zustände im Gewerbe — „eine ausländische Invasion." Jedenfalls liefern diese paar Beispiele unter anderem auch eine treffliche Illustration zu der Legende von den deutschen Barbaren.
Nochmals: Die heutige Soldatensprache — ein Vorschlag zu ihrer Sammlung
von Professor Dr. Karl Bergmann
n Nr. 32 der „Grenzboten" macht Dr. Alfred Wolfs den Vor- schlag, die neueste deutsche Soldatensprache zu sammeln als ein bleibendes Zeugnis für die gestaltende Kraft schöpferischen Volksgeistes und als ein kriegsgeschichtliches Dokument, in dem sich Stimmungen, Situationen, Gefühle und Bedürfnisse unserer Feldgrauen niederschlagen. Alle Freunde unserer Muttersprache und unseres tapferen Heeres werden diesen Vorschlag mit Freuden begrüßen. Auch die Art und Weise, wie Wolff sich die Ausführung seines Planes denkt, nämlich die Sammlung Aufgabe der Allgemeinheit sein zu lassen unter Leitung einer einheitlich zusammengefaßten wissenschaftlichen Kommission, deren Ziel auch die Verarbeitung des gesammelten Stoffes wäre, wird auf allgemeine Zustimmung rechnen dürfen. Trotzdem läßt sich dem Wolffschen Vorschlag gegenüber noch ein anderer Standpunkt einnehmen, und dieser Standpunkt sei hier in aller Kürze vertreten.
Es ist eine bekannte Tatsache, daß von wissenschaftlichen Vereinigungen unternommene Arbeiten unter mancherlei Schwierigkeiten zu leiden haben. Zunächst werden bei der Zusammensetzung der Kommission zeitraubende Hindernisse zu überwinden sein. Ist sie dann glücklich gebildet, so kommt die Sammlung des gewaltigen Stoffes und seine Verarbeitung zu einer Darstellung, die doch so gehalten sein muß, daß sie allen wissenschaftlichen Ansprüchen genügt