Nach dem Treubruch
Am Rheinstrom ging ich mit heißer Stirn Durch Wogen, darinnen die Sichel klang; Was sonniger Himmel! Was silbriger Firn! In Weizen und Reben Trutzgesang! Kaiser, der letzte Mann ist Dein! Heute gilt kein Sagen und Fragen! Gott siebt die Ernte in unsern Tagen. Alle wollen wir Hüter sein!
Ohne Treue und Glauben die Welt?
Ohne beide kein deutsches Land!
Wir lassen nicht, was uns alle hält!
Deutscher Kaiser, nimm jede Hand!
Vorwärts! Was Franzmann, was welscher Sproß:
Wahrheit soll bleiben, für die wir streiten;
Ehrliches Wort soll uns ferner leiten.
Dafür der letzte Soldat auf's Roß!
Und tut uns die Welt, was nie geschah:
Deutsche Herzen, empor, empor!
Alle sind sich einander nah:
Wir behalten, was Deutschland nie verlor!
Immer will unser Auge frei
Dem letzten Feinde in's Antlitz schauen;
Treubruch mögen die Andern brauen.
Uns bleiben Männer, — dies eine sei!
Max Bittrich