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Agents provocateurs
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^Aents provoeateurZ

enn man das russische Leben beschreiben will, so darf man an einer Einrichtung nicht vorübergehen, die eine große, für den Westeuropäer unheimliche Rolle spielt: dem System der ^ents provoeateui-Z. Die Ochrana, die russische Geheimpolizei, deren schrankenlose Willkür in Rußland von jeher das Korrelat des Absolutismus war, bedient sich dieser Einrichtung in einem Umfange und mit einer Gewissenlosigkeit, wie wir sie sonst in der Geschichte nur in orientalischen Satrapenstaaten sehen, wo Menschenleben wertlos sind. Die Ochrana spielt dabei um hohen Einsatz. Sie schützt den Zaren, schützt die hohen Würdenträger des Reiches, die ausführenden Organe der absoluten Macht. Ihr sind die Pläne der Terroristen bekannt, die gegen Zar und Minister im Werke sind, aber die Ochrana ist auch unter Umständen durch ihre Agenten selbst und das ist das Unheimliche an ihrer Wirksamkeit Miturheberin dieser Pläne. Sie läßt die Attentate reifen, wenn es ihr gefällt, oder sie läßt die Sache gehen und . . . kommt zu spät. Manchmal aber wird das Werkzeug, dessen sie sich bedient, stärker als der Meister. Sie hat die Kontrolle über den aZent prvvocateur verloren, der als Leiter des Attentats seinen revolutionären Freunden gegenüber vielleicht gerade im gegebenen Falle ein Interesse daran hat, das Attentat zu Ende zu führen.

Der vollendetste Typ derprovokatzia", wie der Russe das ganze System nennt, war sicherlich Aseff. Er hat beinahe seit seiner Kindheit im Dienste der Ochrana gestanden, sechzehn Jahre hindurch hielten ihn die Revolutionäre für einen der ihren. Erst Burtzeff, der bekannte jetzt nach Sibirien verbannte Herausgeber der russischen revolutionären Zeitschrift Byloje, konnte ihn entlarven. Was für eine Rolle Aseff bei den Attentaten der jüngsten russischen Vergangenheit gespielt hat, sieht man aus einer Zusammenstellung, die Frau Jarintzoff in ihrem lesenswerten Buche über Rußland gibt. Er hat mitgeholfen an der Grenzboten II 1916 11