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Deutsche Soldatenbriefe : eine Charakteristik
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Deutsche ^oldatenbriefe

Line Charakteristik von Dr. Fritz Roexke

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eder, der den Krieg als bewußtes Glied der deutschen Gemeinschaft empfindet und das ist die Pflicht vor allem der Gebildeten dem werden alle Äußerungen nationaler Stimmungen zu einem lebendigen Erleben deutschen Wesens und Charakters werden. Reden und Lieder, Gedichte und Bilder, Scherz und Gedenken. Spiel und Bühne, sie alle klingen zu einer geistigen Symphonie zusammen, die der Abstraktiondas deutsche Volk" Charakter und Farbe, Sinn und Dasein geben. Sie mag uns manchmal verworren, manchmal unrein klingen; erst eine spätere Zeit wird sie deuten und rein genießen können. Aber schon heute tönt so manches Instrument deutlich und klar an unser Ohr und weckt in dem auf­merksam Hinhorchenden eine Ahnung von der Seele seines Volkes.

Ein solches Instrument stellen die Soldatenbriefe dar. Sehen wir von den Fachaufsätzen der militärischen Sachverständigen, den künstlichen oder künstlerischen Erzeugnissen der literarisch Gebildeten, den bestellten Schilderungen der Kriegsberichterstatter und den von vornherein zur Veröffentlichung bestimmten Briefen ab, so bleibt noch die große Zahl von Briefen aus dem Felde, die Freunden und Bekannten, Verwandten und Gebern Lebenszeichen geben wollen, in denen der Mensch zum Menschen spricht und Gebärde, Tonfall und Falten­wurf den deutschen Charakter offenbaren.

Wer Material genug besitzt, wird bald die Erfahrung machen, daß die durch den Krieg bedingte Ausgleichung der sozialen Unterschiede sich im Heere am auffälligsten vollzogen hat und daß die Bildung der Verfasser zu dem bereits empfangenen Bilde keinen neuen Zug hinzutut. Ihre Briefe sind oft sachlicher, aber in Stimmung und Stoff unterliegen sie einem alldeutschen Gesetz.