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Rassenverhältnisse und die Rassenpolitik Englands in Übersee :
(Ägypten, Indien, Australien, Südafrika)
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Rassenverhältnisse und die Rassenpolitik Englands

in Übersee

(Ägypten, Indien, Australien, Südafrika) von lv. Ncumcnin

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! enn dereinst vielleicht ein Edw. Gibbon der Zukunft dieGeschichte des Verfalles und Sinkens des Britischen Weltreiches" in ihren Ursachen und einzelnen Phasen verfolgen wird, so mag er wohl bei keinem Kapitel den letzten Gründen und Ursachen dieses ^Zerfalles näher kommen, als bei der Erörterung des großen Problems der Rassenherrschaft jenes Reiches, das als erstes und einziges an eigentlich allen Rassen und Völkern der Erde mindestens einen beträchtlichen Anteil besitzt; mag er wohl nirgends so lange mit Staunen verweilen, als bei der Erörterung der merkwürdigen Tatsache, daß jener Staat als erster und einziger von allen großen Kolonialgründern der Geschichte eine lange dauernde Herrschaft über eine Vielzahl von Rassen und Rassenteilen behaupten konnte, ohne eigentlich ein bestimmtes, greifbares Rassenprinzip zu besitzen, ja ohne sich um die innere Bildung und Weiterentwicklung dieser Rassen auch nur im mindesten bekümmert zu haben. Erstaunlich ist und bleibt zunächst schon das bloße Faktum, daß im britischen Weltreiche die herrschende weiße Rasse rein zahlenmäßig so gering vertreten ist, daß eine wirkliche Durchsetzung und Beherrschung staatsrechtlich und praktisch überhaupt ein Wunder heißen müßte, solange man eben nicht die politische und vor allem soziale Struktur oder besser Strukturlosigkeit jener Rassenelemente genauer bedacht hat.

In Ägypten zum Beispiel, wo die englische Weltherrschaft eigentlich unter allen großen Domänen Großbritanniens mit am raschesten erfolgt ist, machen die Euro­päer also nicht etwa die Briten allein nur ein gutes Prozent der Bevölkerung aus; und in Indien kommen sogar auf einen weißen Einwohner mehrere hundert farbige Ureinwohner; ja selbst in der regierenden Okkupationsarmee Groß­britanniens entfallen in diesem Lande auf einen einzigen weißen Soldaten gegen 1500 Eingeborene, im Gegensatz zu anderen Kolonialarmeen, wie zum Beispiel der französischen in Algerien, wo das Verhältnis der weißen zu