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Die Grenzen des Versicherungsgedanken : ein Beitrag zur Philosophie der Zivilisation
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Gin Edward Grey des achtzehnten Jahrhunderts

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Zivilisation und Religion zu lockern beginnt, bis sich erstere gänzlich von der Religion emanzipieren und es droht die Gefahr, das schließlich auch die Kultur vom unersättlichen Zivilisationsfortschritt erwürgt wird. Der Osten Europas dagegen opferte der Religion die Kultur und Zivilisation, vor allem die letztere. So konnte das Russentum in seinem gewaltigsten Sprecher. Dostojewski, aller­dings eine vernichtende Kritik an der religiösen Entwicklung des Westens üben. Das Tragische aber ist, daß über ihn hinweg auch sein Volk sich der gewaltigen Versucherin, der westlichen Zivttisation, in die Arme wirft- Ein Sieg Rußlands würde diesen Prozeß beschleunigen. Deutschland aber rettet durch einen Sieg nicht nur sich, sondern hilft auch dem Gegner zu sich selbst.

Uns aber zeigt unsre Geschichte und erst recht die Entwicklung, die der Osten nimmt, daß es nicht angeht, sich um das Problem der Zivilisation herumzudrücken, indem man sie schlechthin ablehnt. Und die Besinnung auf ihr wahres Gesicht, wie es die letzten Jahrhunderte enthüllt haben, macht es uns auch unmöglich, ihre Emanzipation anzuerkennen. Nach einer neuen Bindung sür sie gilt es also zu suchen. Wir erwarten von der Epoche, die kommen soll, das neue Wort über die Vereinigung von Kultur, Religion und Zivilisation, nach der unsere tiefste Sehnsucht ausschaut. Dies Wort, und kein andres, wird das Stichwort des neuen Blattes der Weltgeschichte sein, das Gott soeben aufschlägt.

Man fühlt den Glanz von einer neuen Seite, Auf der noch alles werden kann/'

Ein Edward Grey des achtzehnten Jahrhunderts

von Sigmar Mehring

uf die Ähnlichkeit der Weltlage während des jetzigen Krieges und während der Kämpfe Friedrichs des Großen um die Mitte des achtzehnten Jahr­hunderts ist von Professor Lamprecht und anderen mehrfach hingewiesen worden.

Wie jetzt der Engländer Edward Grey, war es damals der Franzose Choiseul-Amboise, der im Banne der Pompadour bestrebt war, durch diplo­matische Ränke die Mächte Europas aufeinander zu Hetzen.

In Friedrich dem Großen fand Choiseul seinen gefährlichsten Gegner, und deshalb suchte er auch auf allen Wegen Bundesgenossen zur Einkreisung des jungen Preußenstaates. Er schloß sich eng an Österreich an, verpflichtete Spanien und Italien für Frankreich, hetzte in England und hetzte in Rußland. Aber Friedrich war nicht nur ein genialer Feldherr, sondern auch ein feinspüriger Staatsmann, er durchschaute die hinterlistigen Pläne des Herzogs von Choiseul und durchkreuzte sie, so gut eS ging. Das Schwert mußte freilich nachhelfen, da dem sparsamen Preußenkönig nicht dieSilberkugeln" zu Gebote standen, mit denen damals der Vertreter Frankreichs alle Welt erobern konnte.