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Karl Salzer : ein Roman :
(zwölfte Fortsetzung)
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

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unserem Herrgott gemacht werde, das wisse ja niemand. Er möchte nur mal wissen, wer eigentlich so boshaft wäre; ob der Karl denn gar keinen Anhaltspunkt zur Ermittelung des Täters habe. Nein, der Karl habe keinen Anhaltspunkt', er wäre schon bei dem Herrn Pfarrer gewesen und dies und das und so und so. Wie aber der Schreiner Kling die Meinung des Herrn Pfarrers hört, wird auch er ein wenig zurückhaltender, aber er verläßt doch wenigstens seinen Grundsatz nicht, und das befriedigt den gequälten jungen Menschen einigermaßen. Dann sagt der Schreiner Kling noch, daß er die Sache noch vor Kerb (Kirchweih) wieder in Ordnung bringen würde, und er tät hoffen und es dem Karl wünschen, daß es dann auch bleibe und nicht wieder ausgekratzt werde. Und eine Gute Nacht hin und her.

Dann geht der Karl Salzer heim und erzählt dem Unkel Hannes, was es gegeben.

Als Karl seinen Bericht beendet hat, ruckt Hannes Holtner zu seiner Hünen­größe auf und sagt:

Jetzert will ich dir mal einen Vorschlag machen I Bittgang haben wir nun genug getan, das hat jetzert ein End, und wir verlassen uns auf unsere Fäuste. Auf die Kerb hockst du dich mir net daheim hin, auf Kerb gehst du mir ins Wirtshaus wie die anderen jungen Leut auch. Da hört man mancherlei. Das sollt mir denn doch mit komischen Dingen zugehen, wenn kein einziger unter den jungen KerlS wüßt, wer der Grabschändcr ist. Und wenn du's herausgebracht hast, wer's war, mußt halt sehen, was du dagegen machst. Ist's ein arm erbärmlich Mottchen, drohst du ihm einmal mit einer Anzeige. Ist's ein Kerl, der sich damit net einschüchtern läßt, schmeißt du ihm mal die Knochen halb entzwei. Verstanden?!"

Da ist der Karl Salzer mit diesem Vorschlage einverstanden. Wenn halt der Herr Pfarrer mit seiner Leibgarde, wie der Unkel Hannes sagt, in diesem Falle nicht imstande ist, Ordnung zu schaffen, dann muß man sich eben selbst helfen. (Fortsetzung folgt)

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Schöne Literatur

Ein polnischer Bauernroman« Immer wieder und nicht zuletzt in diesen Blättern ist auf die Schicksalsbedeutung der polnischen Zustände und der polnischen Entwicklung für den Bestand Preußens, des Reiches und des Deutschtums hingewiesen worden. Dankbar ist alles zu begrüßen, was uns die Polen tiefer verstehen und besser kennen lehrt; und dazu gehört selbstverständlich auch der beste und ernsteste Teil ihres Schrifttums. Wir wissen davon in Deutschland im allgemeinen

sehr wenig. Von den neueren polnischen Dichtern etwa, die Otto Hauser in seiner Weltgeschichte der Literatur" (vgl. meine Be­sprechung Grenzboten, Jahrg. 70, 10) auf­führt, sind bei uns nur Mickiewicz, Julius Slowacki, I. I. Kraszewski und Henryk Sienkiewicz mit einigen Werken bekannt ge­worden. Und wir würden es gewiß über­flüssig und bedauerlich finden, wenn man uns, wie aus Rußland und Skandinavien und Frankreich, auch mit allen Polnischen Be­gabungen von zweitem und drittem Wert be­kannt machen würde. Bei dem WerkDie