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Maßgebliches und Unmaßgebliches
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

Schöne Literatur

Es ist unter dem Pnket Lyrik, das ich an­zeigen soll, wenig Bemerkenswertes; einige Bücher scheiden aus als gänzlich unbrauchbar. Sie sind nicht da für eine ernsthafte Kritik; der Druck gibt ihnen noch keine Berechtigung.

Joseph» Meh veröffentlichteNeue Ge­dichte". Man erkennt aus ihnen wenigstens ein ernstes, treues Streben und Talent. Be­sonders dieLandschaftsbilder bergen mancherlei, was den Leser aufhorchen läßt. Die Dich­terin liebt den Herbst und seine klaren Träume, seine Wehmut und Erfüllung. Sie zeichnet mitunter deutlich und umrißrein. Auch zu gestalten versucht sie, wenngleich die Kräfte hier gelegentlich zu versagen scheinen. Die Kindergedichte konnten mir weniger behagen. Ich glaube, Josepha Metz wird noch mancherlei Erfreuliches bescheren; nichts Großes und Neues, aber Schlichtes und Inniges, wie es ihrer Gabe angemessen ist. Das Buch (Ver­lag NeueS Leben, Berlin) ist einfach, ge­schmackvoll ausgestattet; es erweckt'Hoffnung auf Erfüllungen.

Auch dieGedichte" von Margarete Wmdthorst (Deutsche Verlagsanstalt, Stutt­gart-Leipzig) verdienen Beachtung. Der Band ist recht umfangreich, ein wenig überschweng­lich. Aber manches sanfte Lied gleitet vor­über mit einschmeichelndem Klänge.Abend­frieden",Dämmerstunde",Erste Liebe", Schwesterlein, komml",Abend in der Berg­schlucht",In ein Stammbuch",Idyll", Abend am Kamin",Auch das ist Winter­tag",Wanderers Weihnacht" gehören zu den besten Gedichten des Buches und gleichen den stillen, bescheidenen Wegeblnmen, auf denen gern des Wanderers Auge rastet. Wenn

Margarete Windthorst mehr Plastik, mehr innerliche Kraft entwickelte, könnte sie eine reifere Künstlerin werden. Die größeren Stücke sind zu breit, zu gestaltlos; aber die gedank­lichen (Terzinen über das Leben") wiffen zu fesseln und beweisen wenigstens, daß die Verfasserin über das Idylle, Liedhafte hinaus­strebt. Hier ist der Weg, den sie verfolgen muß. Die Zukunft wird dnrtun, ob die sympathische Dichterin ihre Erstlingsgabe als Einleitung oder Vollendung betrachtet. Ich hoffe, sie bald' auf jener höheren Stufe zu sehen, die ihr durch Ernst und Fleiß gewiß beschieden sein wird.

Am Tor des Abends" betitelt sich ein Liederheft von Theodor Zlocisti (Jüdischer Verlag, Berlin >V. 16). Ich erwähne es nur darum, weil hier das Judentum rein und ehrlich hervortritt, nicht verbrämt mit Deutsch­tümelei und christlichen Allüren. Die Gedichte selbst verraten mehr Wollen als Vollbringen und einen wenn auch nicht gerade ab­schreckenden Dilettantismus, der weiteres Eingehen unnötig macht.

Die sozialistischen VerseEmpor" von Karl Frohmr (Hamburg, Aner u. Co.) er­zählen viel von Sieg, Menschlichkeit, Be­freiung. Immerhin meiden sie allzu ten­denziöses Geschrei und wirken in keiner Weise abstoßend oder brutal. Auch schlichte Lieder, sinnige Betrachtungen sind eingeflochten, alles gut genieint, aber künstlerisch wertlos.

Und nun wird Licht I DasHellenische Dichterlmch" von Siegfried Meklcr (Veit u. Co., Leipzig) ist ein Begleiter durchs Leben. Die Mannigfaltigkeit, die nicht nur historische Schönheit der Sprüche und Lieder entzückt immer aufs neue. Leider ist die Übersetzung nicht immer glatt und flüssig; manch un-