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Der Kronprinz und sein Buch
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Der Aronprinz und sein Buch

ein Thronfolger ein Buch für die Öffentlichkeit schreibt, ist gewiß etwas Ungewöhnliches. Es ist ein eigentümliches Zusammen­treffen, daß in unserer Zeit jedermann das Recht auf freie Meinungsäußerung für sich beansprucht, dieses selbe Recht aber eineroffiziellen Persönlichkeit" schwerer denn je zugänglich ist; es müßte sich denn schon, wie im vorliegenden Falle, um ein so neutrales Gebiet wie die Jagd handeln, das dem politischen Kritiker keinen Angriffs­punkt bietet.

Dabei fällt mein Blick auf das Geleitwort des Verfassers:Diese kleinen Skizzen, schlicht und schmucklos, sollen keinen Anspruch aus schriftstellerischen Wert erheben. Lose Blätter sind es, genommen aus dem Tagebuche eines Menschen, der die echte, waidgerechte Jagd liebt und dem die schöne große Natur ein unversiegbarer Quell von Schönheit und Lebensfreude ist."

Ich meine, das ist so gedacht, daß man ruhig die Kritikerbrille weglassen kann, um sich einmal ganz natürlich den Menschen anzusehen, der zu uns sprechen will. Denn darin liegt meines Erachtens der eigentliche Wert der losen Blätter".

Für jeden Deutschen ist es ohne Zweifel von Interesse, seinen Kronprinzen einmal etwas näher kennen zu lernen. Und wie könnte dieses Kennenlernen besser geschehen, als wenn dieser selbst in seiner natürlichen, ungezwungenen Weise mit uns plaudert, uns dadurch so manchen Blick in sein Inneres tun läßt und geradezu zu einer kleinen Charakterstudie auffordert. Denn charakte­ristisch sind diese kleinen Erzählungen, das wird auch der schlimmste Nörgler nicht bestreiten können. Selbst wenn dasW" mit der Krone nicht auf dem grünen Einband stände, wenn die eingestreuten hübschen Photographien und die Textstellen fehlten, aus denen man ohne weiteres den Verfasser ersieht, so verriete doch jede Zeile den jungen preußischen Reiteroffizier, der mit Leib und Seele mit dem Pferde verwachsen ist, der an jedem körperlichen Sport seine helle Freude hat, der mit fröhlichem Optimismus an das Leben herantritt und seine Neigung, einmal zu Pferde einen leichtsinnigen Sprung zu wagen, auch im übrigen Leben nicht ganz verleugnen kann.