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Maßgebliches und Unmaßgebliches
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

Genealogie

Mit meinen Korrekturen desSemigotha" komme ich heute zu den Familien der Frei­herren von Heyl zu Hcrrnsheim und von Heil.

Die Mutter des Schoenschen Brüderpaares, dessen in Heft 29 dieser Zeitschrift Erwähnung getan wurde, entstammt nämlich dem Ge­schlechte Heyl, Sowohl bei Echoen wie bei Heyl handelt es sich im folgenden um bisher nicht veröffentlichte genealogische Tatsachen. Dieser Umstand läßt aber den wissenschaft­lichen Leichtsinn, mit dem derSemigotha" gearbeitet ist, nur in um so hellerem Lichte erscheinen IStammen aus Wormser Juden- samilie" setzt derSemigotha" kühn seinem Artikel über das Geschlecht Heyl voran; nach dem neulich von mir schon genugsam gekennzeich­neten Rezept:Es genügt, daß die Eltern ihren Wohnsitz in Worms hatten und begütert warenl Nachgeprüft wird nicht und die Abstammung aus der uralten Wormser Judenfamilie ist fertig!."

Der NameHeyl" tritt in der freien Reichsstadt Worms zum ersten Male in einem Münzprivileg des Kaisers Friedlich des Zweiten von Hohenstcmfen aus dem zwölften Jahr­hundert auf. Danach muß also damals in Worms ein Geschlecht des Namens zu den Münzern ge­hört haben, der vornehmsten Zunft. Das Ge­schlecht wird dann weiter in verschiedenen Ur­kunden der Stadt Worms genannt, die erkennen lassen, daß es sich um ein an­gesehenes, zunftmäßiges Geschlecht handelte.

Der älteste bisher nachgewiesene Vorfahre deS freiherrlich Heylschen Geschlechtes der Gegenwart, mit dem auch die urkundlich zu­sammenhängende Stammreihe beginnt, ist Johann Nikolaus Hehl, geboren 1620 zu Bacharach, gestorben daselbst 1678. Dessen Sohn hieß ebenfalls Johann Nikolaus, war

1654 zu Bacharach geboren und starb 1715 in der gleichen Stadt.

Bald nach der im Jahre 1689 erfolgten Zerstörung von Worms durch Mölac, nämlich in den Jahren 1715 taucht in Wornis ein Bruderpaar Heyl auf. Die Brüder waren erwiesenermaßen Söhne des vorgenannten Johann Nikolaus (II.) zu Bacharach. Der eine von beiden: Johann Jakob war 1684 zu Bacharach geboren. Der andere interessiert hier nicht weiter. Es darf angenommen werden, daß die Bacharacher Heyl ein Zweig der mittelalterlichen Wormser Heyl sind, der von Worms den Rhein hinunter und nach Bacharach ausgewandert war. Der urkund­liche Beweis für diesen Zusammenhang fehlt allerdings noch, was darin seinen Grund hat, daß 1689 sehr vieles von den Urkunden- schützcn von Worms mit zu Grunde gegangen ist. Indessen spricht vieles für die Nichtigkeit dieser Annahme, wobei besonders darauf hin­gewiesen werden mag, daß Bacharach seit den? 12. Jahrhundert zur Pfalz gehörte. Ist sie zutreffend, so wäre also die Einwanderung der beiden borerwähnten Brüder Hehl nach Worms eine Ruckwanderung gewesenl Wie dem auch sein mag: die drei Bacharacher Geschlechtsfolgen der Heyl haben dort das Bürgerrecht besessen und von 1765 ab besitzt diesen das Geschlecht in ununterbrochener Kette in der Reichsstadt Worms! Da Juden in jenen Zeiten das Bürgerrecht weder in Bacharach, noch in Worms erhalten konnten, so ist eine jüdische Herkunft der Heyl durch diese Feststellung ausgeschlossen.

Der vorgenannte, in Worms einge- wnnderte oder dorthin zurückgewanderte, Johann Jakob Heyl nun hat in Worms ge­heiratet, ist im Jahre 1759 in dieser Stadt gestorben und von ihm stammt die heute iu Worms blühende Linie des Geschlechtes ab.