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Reichsspiegel :
(vom 15. Juli bis 21. Juli)
Seite
188
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Reichsspiegel

(vom IS. Juli bis 21. Juli)

Bank und Geld

Politische Ruhe und sommerliche Stille Die wirtschaftliche Seite der militärischen Rüstungen Hochkonjunktur im Schiffsbau Die günstige Lage der deutschen Reederei Die Verkehrssteigerung der Eisenbahnen Vorteile und Nachteile der Industrialisierung Die Verschuldung der Städte Kommunale Expansions­politik Der Geldmarkt Die Ernte

Mit den Ferien ist die übliche Geschäftsstille in den Börsensälen ein­gezogen. Keinerlei Aufregung und Besorgnis stört diesmal den sommerlichen Frieden. Nicht ohne das Gefühl einer angenehmen Erleichterung denkt man an die gleiche Zeit des Vorjahres zurück, die durch die Aktion von Agadir eine so sorgenvolle, an Gefahren und Strömungen für das Wirtschaftsleben so ergiebige Periode einleitete. Heute stellt man mit Befriedigung fest, daß der politische Himmel wolkenlos ist. Die Verständigung zwischen Rußland und Deutschland wird wohl mit Recht allenthalben als ein starkes Bollwerk des europäischen Friedens angesehen und so hat man die Nervosität, welche das in diesem Jahre so augenfällig in die Erscheinung tretende Wettrüsten der Staaten erzeugt hatte, allmählich abzustreifen gelernt. Da man bei den starken Flotten- und Heeresvermehrungen Deutschlands, Englands und Frankreichs, an denen nunmehr auch unser Verbündeter Österreich-Ungarn teilnimmt, nicht mehr eine unmittelbare Gefahr für den Frieden vor Augen hat, kommt die günstige wirtschaftliche Wirkung, welche so bedeutende staatliche Aufwendungen für die Industrie der beteiligten Länder im Gefolge haben, ungehindert zur Geltung. Diese Rückwirkung darf man nicht gering einschätzen; die Hunderte von Millionen, welche jeder einzelne Staat für die Beschaffung von Panzer­schiffen, von Kriegsmaterial aller Art aufwendet, würden ausreichen, ganzen Industriezweigen bei sonst darntederliegender Konjunktur einen neuen Impuls zu verleihen. Danach läßt sich leicht ermessen, um wieviel schwächer diese stimulierende Wirkung sich geltend machen muß, wo sie mit einer ohnehin günstigen Wirtschaftslage und einer ohnehin schon fieberhaft angespannten Pro­duktion zusammentrifft. Am unmittelbarsten ist der Einfluß natürlich bei den Industrien festzustellen, denen die staatlichen Aufträge direkt zufließen. Unter diesen stehen augenscheinlich die Schiffswerften in erster Reihe. Denn die