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Die Blume des Florentin Kley. IV.
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Mirow

Um diese gleiche Stunde ging unten die Regine durch das Haus und fragte dem Kley nach. Die Mutter Johanne verwies sie in die Gärtnerei, wo sie ihn dann suchte und nicht fand; nur sein starkes Baummesser fand sie in der Laube auf dem Tisch. Sie nahm es zu ungeduldigem, lässigem Spielen in die Hand, und weil sich ihre Gedanken neben denen um den Kley am meisten mit sich selbst befaßten, schnitzte sie ihren Namen in das Holz des Tisches, ging und ließ im Hause den Bescheid, es verlange der Nolterschluchtwirt nächsten Tages den Gärtner Kley zum Heckenschneiden. Und es lasse ihn die Regine grüßen.

Der Florentin hörte dann drinnen die Bestellung und sah draußen den Namen der Regine in seinem Tisch, las und nannte ihn. Und sie fiel ihm von neuem ein, mit allem wie sie war. (Fortsetzung folgt)

Mirow

Von Helene von Krause

Der folgende Aufsatz ist dem WerkeDeutsche Erde" Bd. IIUnter der wendischen Krone" von Helene von Krause entnommen, das im Verlage von F. Fontane u. Co. in Berlin-Dcrhlem demnächst erscheinen wird.

ine freundliche Einladung lieber Verwandter veranlaßte mich eines Tages im ersten Frühling, mich auf den Weg nach Mirow zu machen. Der Name wird den meisten Menschen weltfern und unbekannt scheinen, und doch ich will erzählen, was ich in Mirow fand.

Im bequemen Wagen der Bimmelbahn, die Neustrelitz mit Perleberg und Wittenberge verbindet, ließ ich das Landschaftsbild an mir vorübergleiten: Tannenwald, Heideland, Wiesen, denen man es ansieht, daß nur grobe, schlechte Grasbüschel darauf wachsen können. Hier und da, vom Winde der Jahr­hunderte zusammengeweht, eine Sandschanze, aus der die knorrigen Wurzeln einer alten Kiefer hervorlugen, deren Wipfel sturmzerzaust sich gegen den grauen Himmel abhebt. Dazwischen ein See, dessen Spiegel vom herben Luftzug leicht gekräuselt, bleiern, wie die Wolken, die darüber hinziehen, erscheint. Dann Halt am kleinen Bahnhofsgebäude und ein Rumpeln des Wagens über das schlechte Pflaster des winzigen Städtchens. Vorbei an den unscheinbaren Häusern, mit den alten niedrigen Fenstern, an denen hier und da Kaktus und Pelargonien ihre scharlachroten Blüten zwischen grünem Blattwerk zeigen, oder auch, wenn ein Fenster im Größenwahn durchaus ein Schaufenster sein will, Taschen, Hosen­träger, Garnknäule, Blechlöffel, Seife und Tabakspakete in internationaler Ver­einigung sich darbieten.