Contribution 
Reichsspiegel :
(vom 24. Juni bis 30. Juni)
Page
43
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Reich5spiegel

(von, 24. Juni bis 30. Juni) Der verabschiedete Gffizier

So lange er sich im aktiven Dienste befindet, pflegt der Offizier, besonders der jüngere, wenn er seine Gedanken in die Zukunft schweifen läßt, sich meist nur mit der Frage nach der Gestaltung seiner weiteren Karriere im Sinne des Erreichens höherer oder ihm erwünschter militärischer Stellungen zu beschäftigen, an den Abschied aber nicht zu denken. Das ist auch ganz gut so. Aber es hat zur Folge, daß die Verabschiedung recht Viele ganz unvorbereitet trifft und sie sich nun plötzlich Verhältnissen gegenüber sehen, die ihnen völlig fremd sind. Dazu kommt eine meist hochgradige seelische Depression; man hat sich bisher leider! gewöhnt, die Herren, welche den bunten Rock ausziehen mußten, alserledigt" anzusehen und nun gehört man selbst zu denErledigten". Man fühlt sich verlassen und hilflos. Und wenn auch die im soldatischen Leben großgezogene Energie ihr Recht verlangt mit einem kräftigen:Nur nicht ver­zagen, sondern: Kopf oben!", so ist den meisten doch nicht klar, wie es nun weiter werden soll. Hier ratend und helfend einzugreifen, ist die Aufgabe, die sich eine kleine, in: Stallingschen Verlage zu Oldenburg erschienene Schrift gestellt hat, betitelt:Der verabschiedete Offizier". Der im Interesse des Offizierkorps unermüdlich tätige Verlag hat sich mit Herausgabe dieser Schrift ein neues Verdienst erworben.

Sie enthält, kurz zusammengefaßt, alle die Bestimmungen, welche für den verabschiedeten Offizier in den verschiedensten Lebenslagen maßgebend sind und im letzten Abschnitt Hinweise darauf, welche Möglichkeiten sich für ihn bieten, sein Leben neu zu gestalten. Dieser Abschnitt ist unstreitig der wichtigste der ganzen Schrift, denn die Frage des neuen Berufs ist die wesentlichste für den aus seinem alten hinausgeworfenen Mann. Stellt er sich dieser Hauptfrage passiv gegenüber, d. h. sucht er nicht energisch nach neuer Wirk­samkeit, neuen, sein Leben ausfüllender» Zielen, sondern lebt nur in den Er­innerungen an die Vergangenheit, dann allerdings ist ererledigt".

Voll einverstanden kann man sich daher mit dem Schlußwort des Schriftchens erklären, welches lautet:Wir schließen das KapitelNeuer Beruf" und damit auch diese Arbeit, deren Zweck ist, den verabschiedeten Offizier über die ihn im