August Strindberg
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Weigerung weiterer, zur Rentenerhebung nötiger Bescheinigungen tätlich angegriffen werden, daß aus demselben Grunde Boykott geübt und der Arzt auf das Pflaster gesetzt wird; oft bitten Ärzte, ihr Gutachten den Versicherten nicht mitzuteilen, um sie nicht deren Rache auszusetzen. Das sind auch Folgen der sozialen Gesetze.
Ein kurzer Blick möge noch auf die Zukunft geworfen werden. Wie lange nach dem Einführungstermin der R. V. O. die zu fürchtende Periode der Kraftproben dauern wird, weiß niemand. Unterliegen die Ärzte nach Zerstörung ihrer Organisation, so bieten sich vornehmlich zwei Aussichten, die auch schon in der Fachpresse genannt werden. Die eine besteht in der Anstellung der Ärzte als Beamte; Ansätze dazu sind schon mehrfach vorhanden, die Negierung wird sie wahrscheinlich begünstigen, die Kassenverbände suchen schon jetzt Anwärter in Form von Kontrollärzten für die Zukunft zu werben. So war es vor 1866 in Nassau und Rheinhessen, in.weiten Teilen Rußlands ist es noch heute so; es kann also angehen, daß der Arzt wieder einmal bei uns mit dem „Lerchenspieß" an der Hüfte über Land wandert und vier Treppen hoch klettert. Ob damit die Kranken zufrieden sind, ist eine andere Frage, geht dann aber den Arzt wenig mehr an. — Der zweite Weg führt zur Sozialdemokratie. Wenn die jetzige bedenkliche Lage von vielen Ärzten auch als Proletarisierung empfunden wird, so sind doch bis heute unter ihnen nur ausnahmsweise Sozialdemokraten; Utopien finden bei realistisch denkenden Leuten — und das sind die meisten Ärzte — keinen rechten Boden. Aber es ist leicht möglich, daß viele Ärzte meinen werden, sie würden bei den Sozialdemokraten mehr Verständnis für ihre Bedürfnisse und mehr Entgegenkommen finden als bei der Bureaukratie.
August 5trindberg
von Veda Prilipp-Schöueberg
er Mann, über dessen Gruft sich nun die Frühlingsnebel des schwedischen Fjords nicdersenken wie herbduftende Leichentücher, steht wie ein Symbol inmitten der wirren Geistesziele unserer Zeit — ein- Suchender und Vorläufer auf unerschlossenen Pfaden, die sein beflügelter Fuß rascher als seine Zeitgenossen durchmessen hat bis ans Ende — die unübersteigbare Schranke, hinter der der Diesseitsmensch das Nichts vermutet. Dem anderen, der die leise Stimme in der tiefsten Brust noch vernimmt und versteht, erscheint die Schranke des Geheimnisses wohl anderer Gestalt: sie zeigt Umriß und Dimensionen einer gewaltigen Pforte, uns verschlossen, solange der Leib uns an die Erde und ihre engen Gesetze bindet,