Ich sah den im Traum
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einer besonders angelegten und groß angelegten, reich begabten Natur mit dem Amt und dem Leben. Beide, der gewählte Beruf und die nicht gewählte Umgebung, erscheinen schuldlos und der Held echt schuldlos-schuldig, wie tragische Helden gemeinhin den in sie gelegten Konflikt erfüllen. Es ist erstaunlich, bis zu welcher Höhe Brausewetter sich emporgearbeitet hat, besonders wenn man dies Werk mit einem früheren, wie etwa „Halbseele", vergleicht. Auch im Äußerlichen ist alles reif und rund, die großstädtische Gesellschaft vorzüglich gegeben mit dem echten Ton des Kenners und ohne daß die Schilderung Selbstzweck wird, weil alles nur der Idee der Dichtung dient. So regt das Werk zu tiefem Nachdenken an und bringt mit der Entwicklung dieses Einen eine Fülle allgemeiner Fragen, Gedanken, Hoffnungen in uns zum Wachen. Und wenn wir jemanden: zutrauen möchten, nun auch einmal die kirchlichen und religiösen Zeitkämpfe dichterisch darzustellen, die uns von Tag zu Tag tiefer erfassen, so wäre es Artur Brausewetter, der Verfasser von „Stirb und werde!" Das evangelische Pfarrhaus kann stolz daraus sein, daß neben Heinrich Steinhausen, Richard Weitbrecht, Fritz Philippi, Wilhelm Speck, Diedrich Specimann, Gustav Frenssen (wobei ich allerdings nicht den Theologen von „Hilligenlei", sondern den Dichter der „Drei Getreuen" und des „Jörn Uhl" meine), daß neben sie nun der Pfarrer außer Diensten Johannes Höffner und der Archidiakonus Artur Brausewetter getreten sind, von denen beiden wir noch vieles zu erwarten berechtigt und willens sind, vieles, was der Dublettenkrankheit so fern steht wie ihre letzten Bücher.
Ich sah den Tod im Traum. . .
von Albert Sergel
Ich sah den Tod im Traum. Ein trotziger Junge,
der auf der Wiese Blumenköpfe mähte
mit schwankem Gertenhieb, erschien er mir.
So eifrig war sein tolles Lustbeginnen,
daß ihm der Sommerhut vom Kopfe flog.
Er achtet's nicht, und unter jedem Hieb,
der pfeifend — schrill die Lüfte scharf durchschnitt.
erzitternd flog und sank ein Blumenhaupt.
Doch um ihn her die Wiese stand in Blumen:
so sehr er auch abmattend sich bemühte,
nur immer neue Kelche sproßten auf
und füllten sich und dufteten und blühten.