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Vier Lebensromane
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Vier Lebensromane

von Dr. Heinrich Tpiero°Hamburg

heodor Fontane hat einmal die Berechtigung einer neuen Dichtung wesentlich damit begründet, daß sie originell sei, und er klagte damals über die Dublettenkrankheit, die unserer Literatur anhafte. Wer wollte bezweifeln, daß dieser Zug zur ewigen Wiederholung des Gleichen auch heute bei uns vorhanden ist und nirgends stärker als im Roman. In dem naturalistischen Roman der achtziger und neunziger Jahre so gut wie in dem späteren Heimatroman strotzte es nur so von Wiederholungen, Abwandlungen desselben Themas, gewissermaßen nur in anderer Verkleidung. Neben dem Wertvollen, dessen Zahl und Gewicht sicherlich nicht gering ist, liegt überall die bloße Dublette. Auch in dem Entwicklungs­roman ist das der Fall, seitdem er einen neuen Aufschwung genommen und, noch beeinflußt durch das naturalistische Streben nach Intimität, immer neue Gebiete der Lebensdarstellung erobert hat. Es ist deshalb immerhin ein seltener Fall, wenn eine Anzahl gleichzeitig erschienener Werke dasselbe Motiv ganz verschiedenartig, ganz persönlich, ja, jedes in seiner Weise originell behandelt. Verhältnismäßig am wenigsten ist das in Richard Sexaus ersten RomanMärz­trieb" der Fall (Berlin, Axel Juncker). Denn äußerlich verläuft sich das Thema wenig von der üblichen Heerstraße. Ein junger Mensch, stark künstlerisch bewegt, aber kein Künstler, lernt im Hause des Freundes, wo er sich im Dienste des kranken Vaters nützlich macht, die junge Schwester und Tochter lieben und reißt sich schließlich aus freiem Willen los, da er sie aus äußeren Gründen noch nicht heimführen kann und seiner eigenen Stärke dem reinen Mädchen gegenüber nicht traut. Sie aber fühlt sich durch ein Mißverständnis getäuscht und entzieht sich ihm für immer, so daß die beiden Menschen für ewig fern von einander dahergehen, weil das einfache Wort der Wahrheit nach allem Gewesenen nicht mehr von ihm zu ihr durchdringt. Diese Vorgänge aber behandelt Sexan in einer knappen Sprache mit sehr glücklicher, nicht geschwätziger Ausmalung der Umgebung und mit scharfer, eindringender Charakteristik. Das langsame Erwachen der Empfindung in ihr, das jähe Auflodern dann, das ihn erschreckt und ihr unschuldsvoll natürlich ist, sind vorzüglich und ohne Schielen gegeben.

Origineller, auch in dem Inhalt der Erzählung selbst, ist der Roman von Leouore Frei:Das leuchtende Reich" (Stuttgart, I. G. Cottasche Buchhandlung Nachfolger). Der Held dieses Romans stammt väterlicherseits aus eiuem adligen