Unser Lustreich — Unsere Zukunft!
it einer Broschüre dieses Titels trat kürzlich ein ehemaliger langjähriger Lustschifferoffizier, Hauptmann a. D. Hans-Waldemar von Herwarth, in die Öffentlichkeit. Die Bedeutung dieser Abhandlung geht zweifellos weit über den Rahmen der über Luftfahrt fast alltäglich erscheinenden Broschüren hinaus. So konnte nur eiu Eingeweihter schreiben, ein Eingeweihter, dem bei vielseitigen internationalen Beziehungen reichliche und gründliche, theoretische und praktische Schulung im Gesamtgebiet des Luftfahrtwesens und in seinen Berührungsgebieten zuteil geworden ist. Wenn der Verfasser das Ergebnis dieser mehr als zwölfjährigen Erfahrung weiteren Kreisen in leicht verständlicher Form und mit der Würze von Ernst, Satyre und Humor zugänglich macht, wenn er einen durchgeistigten Unterhaltungsstoff in solchen Dingen sieht, die sonst nur mit trockener Sachlichkeit abgehandelt zu werden pflegen, so müssen ihm in erster Linie alle diejenigen Kreise Dank wissen, denen die Pflege deutschen Luftfahrtwesens berufsmüßig zufällt; ferner aber auch alle diejenigen, die in dem neuen Gebiete das „Verkehrsmittel der Zukunft" ahnen und die es nicht unter dem einseitigen Gesichtspunkte einer „Waffe", sondern unter dem Gesichtswinkel eines Kulturfaktors, und zwar eines die bestehenden internationalen Gegensätze versöhnenden Kulturfaktors, behandelt wissen wollen. Kurz gesagt: das Buch enthält also nicht nur die erforderlichen lehrreichen Grundlagen für Luftfahrt, sondern auch eine Fülle von Gedanken, an denen Zivil- und Militärbehörden, Fachleute und Laien, Finanzleute und arme Erfinder, Juristen und Organisatoren. Lehrer und Erzieher nicht gut vorübergehen können.
Der Verfasser stellt fest, daß wir mit dem deutschen Lustfahrtwesen teilweise technisch, jedenfalls aber organisatorisch im Rückstände sind und befürchtet von Grenzboten II 1912 33