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Rußland, Frankreich und Deutschland
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Rußland, Frankreich und Deutschland

von Wilhelm v, Massow-Berlin

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!ine bemerkenswerte Veröffentlichung unter der hier gegebenen Überschrift hat unlängst die französische Zeitschrift Revue de Paris über die Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen gebracht, ! besonders über die Episode aus dem Jahre 1875, in der eine ^Zeitlang Europa von dem Eindruck beherrscht wurde, daß es zu einer neuen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Deutschland und Frankreich kommen werde. Der Artikel stammt aus der Feder des jetzt im Ruhestande lebenden russischen Diplomaten Peter Ssaburow, der bekanntlich während einer Reihe von Jahren (1880 bis 1884) seinen Monarchen auch am Berliner Hofe vertreten hat. Es versteht sich von selbst, daß die Darstellung, die in dem erwähnten Aussatz gegeben wird, ganz und gar den russischen Standpunkt fest­hält. Ssaburow gehörte durchaus nicht zu den russischen Staatsmännern aus der Zeit Alexanders des Zweiten, die in besonderer Weise die Marke der Deutschfreundlichkeit trugen. Er war durch und durch Russe, aus der Schule Gortschakows hervorgegangen und innerhalb der Grenzen, die einem klugen Manne stets durch selbständiges Urteil und eigene Erfahrung gezogen werden, auch Anhänger und Bewunderer des alten Fürsten. Man wird also nicht den Argwohn zu hegen brauchen, daß es sich um eine Darstellung handelt, die die Ereignisse einseitig zugunsten der deutschen Auffassung zu färben sucht. Um so beachtenswerter ist es, daß der alte Diplomat sich, gerade vom spezifisch russischen Standpunkt ausgehend, zu einer Objektivität erhebt, die sehr deutlich zeigt, wie nahe sich eigentlich die richtig verstandenen Interessen Deutschlands und Ruß­lands berühren.

Grenzbotm II 1912 13