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Aber wäre es denn zum ersten Male, daß Hohes und Niedriges zum guten Zwecke vereint worden wären? Kein Wohltätigkeitsbasar könnte stattfinden, wenn ganz allein auf den Edelsinn der Menschen gerechnet würde. So verfehmt sonst das Wort ist, es gibt doch Fälle, wo der Zweck das Mittel heiligt. Es handelt sich, kurz gesagt, um ein Mittel, Millionen guter Bücher in die Wohnungen hineinzubringen, wo sie, wenn auch zunächst mit sauersüßem Lächeln, als „Gewinne" aufgenommen würden.
Oder glaubt man, die geplante Einrichtung werde mißachtet werden? Die Spieler würden, enttäuscht ob des entgangenen und, ach, wie sehnsüchtig erwarteten Geldgewinnes auf die Durchsicht des Verzeichnisses der „Lotteriebücher" und auf den Gang zum Buchhändler verzichten?
Dagegen spricht alle Erfahrung. Der Erwerbssinn wird mitsprechen. Für sehr viele unserer lieben Mitmenschen ist heute gewiß die Versorgung mit geistiger Nahrung die allergeringste Sorge. Und doch ist es ebenso Tatsache, daß heute der Bildungsdrang mehr und mehr die Massen erfaßt. Ganz gewiß wird manches Buch, das wir nach unserem Vorschlage aus dem Laden in die Wohnungen schaffen wollen, nicht zu den Ehren kommen, die es verdient; aber ebenso sicher werden Tausende, ja mit der Zeit Millionen von Büchern ihrem Berufe, auf die Menschen zu wirken, zugeführt werden.
Man bringe gnte Bücher unter die Leute. Das ist der Endzweck, den wir im Auge haben.
Frühlingsfluten
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von G, Tschlllkow Ans dem Russische» übcltragcil von L, Rocppcn
onja Kaürina trat ins Freie; es war Nacht, aber alles herum schien !so hell wie am Tage. Die Erde, das Haus, die Ställe und die niedrigen Gebäude, in denen das Gold gewaschen wurde, leuchteten !weiß wie Kreide. Und es war unbegreiflich, woher dieser lichte I Glanz stammte.
Ein leiser Schauer überrieselte Sonja Kaürina in der feuchtwarmen, weißen Frühlingsnacht.
„Ich fürchte mich, Fräulein, ach, ich fürchte mich so sehr", sagte Marfuscha. Sie trug den kleinen Koffer und ein Kissen nebst Plaid.
„Sei nicht bange, Marfuscha. . . Aber wo ist denn Stepan?" „Hinter dem Stall, Fräulein."
Stepan und die Pferde sahen im weißen Licht der Frühlingshelle ungewöhnlich und geheimnisvoll aus. Das feuchte Murmeln des Flusses schien lebendig und