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Stanislawski und das Moskauer "Künstlerische Theater" : mit einem Vorwort von Dr. Arthur Westphal
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Alte Klagen, neue Fragen

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besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Von den einstweilen ans dieser Schule hervorgegangenen jungen Kräften haben sich die Korenewa, die Koonen und Mass-Minoff hervorgetan und versprechen für die Zukunft bedeutende Leistungen.

In diesem Winter hat dasKünstlerische Theater" Leo TolstoisLebenden Leichnam" zur Erstaufführung gebracht, dein dann eine seit Jahren betriebene Neueinstudierung desHamlet" folgen soll, der wahrscheinlich ohne Dekora­tionen auf einem Hintergrunde von schwarzem Samt vorgeführt werden wird. Im nächsten Jahre treten die Moskauer Künstler eine längere Gastspielreise nach England und Frankreich an. Unterdessen soll ihr neuer Theaterbau fertiggestellt werden.

So hat sich das MoskauerKünstlerische Theater" aus einer bescheidenen Liebhaberbühne in harter gemeinsamer Arbeit zu einem großen künstlerischen und kulturellen Werke hinaufgearbeitet, dessen Bedeutung sich in seiner ganzen Tragweite einstweilen noch gar nicht absehen läßt.

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Alte Alagen, neue Fragen

Schnltechmsche Erwägungen

von Prost Dr. Gotthold Boetticher, Direktor des Königstädtischen Realgymnasiums zu Berlin

ie vor einigen Monaten so bedrohlich in den Gesichtskreis getretene abermalige Schulreform ist durch eine Erklärung der Regierung zunächst wieder aus ihm verbannt worden. Aber es wäre töricht, zu glauben, daß sie damit endgültig sür absehbare Zeit abgetan sei. Es ist ja alles noch im Fluß; vergegenwärtigt man sich nur das eine, daß wir fünf Arten von Vollanstalten nebeneinander haben, nämlich Gymnasium, Realgymnasium, Oberrealschule, Reformgymnasium, Neformreal- gymnasium und die letzteren sogar noch in zwei verschiedenen Systemen, dem Altonaer und Frankfurter, so liegt aus der Hand, daß-das kein Dauerzustand sein kann; die Übelstände bei Schulwechseln sind unerträglich. Man läßt der Entwicklung der Reformanstalten ganz freie Hand, aber die Absicht kann doch nur sein, die Erfahrungen schließlich zu dauernden Reformen zu nutzen. Das rechte Verhältnis zwischen humanistischer und realistischer Bildung ist noch nicht gefunden, der Ansturm auf das Griechische wird sich immer wiederholen, die obligatorische Einführung des Englischen immer wieder gefordert, die Über- bürdungsfrage mit deutlichem Seitenblick auf die klassischen Sprachen immer wieder angeschnitten werden. Die Forderungen jener Frankfurter Ärzte sind vorläufig von der Tagesordnung abgesetzt, aber sie werden wiederkommen. Die folgenden Erwägungen wurden unter dem Eindruck der abermaligen Forderung einer Re­form, die auf eine Verminderung der Unterrichtsstunden und auf Ersatz des

Grenzbotm IV 1911 M