Stanislawski und das Moskauer „Künstlerische Theater"
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im Westen nach Maßgabe eines von der Genossenschaft abgeschlossenen Vertrages. Das ist doch eine Entwicklungsmöglichkeit, hinter der der Ausblick auf Begründung einer Sachsengängerei zurückstehen muß und der sich der Gedanke anschließt, daß einst aus deutschen Sachsengängern deutsche Bauern werden können. Es wird nichts anderes geschaffen, als schon in vielen Teilen Deutschlands, z. B. in der Eifel und auf dem Hunsrück, besteht. Zum Teil ist auch die Sachsengängerei aus betriebstechnischen Rücksichten, z. B. für Rübenbau, ganz unvermeidlich und wird eine dauernde Institution bleiben, solange und soweit in der Landwirtschaft ein intensiver Betrieb herrscht. Man fragt wohl in oberflächlicher Besorgnis auch hier, wo das für die Anstedlung von Arbeitern geeignete Menschenmaterial hergenommen werden soll, und übersieht dabei, daß es sich, abgesehen von den zurückströmenden Deutschrussen, zunächst darum handelt, die ländlichen Arbeiter, welche jährlich sonst in die Städte und Jndustrie- bezirke abströmen, zurückzuhalten und daß sür die Zukunft der Menschenüberschuß in Deutschland reichliche Auswahl gestatten wird. Es darf nur nicht von heute auf morgen, sondern es muß mit zwanzig Jahren und mehr gerechnet werden.
Die Ansicht, daß die Seßhaftmachung der Arbeiter heute „verlorene Liebesmüh" sei und durch den ausländischen Schnitter verhindert werde, ist demnach doch nur bedingt als richtig anzuerkennen. Möglich nicht nur, sondern auch ohne erhebliche Schwierigkeiten ist die Anstedlung der Arbeiter durchführbar. Nur kommt es auf den geeigneten örtlichen oder provinziellen Organisator und auf die Befreiung der Ansiedlungsidee von einem unfruchtbaren Maß theoretischer Rücksichten gegenüber dem Siedlungslustigen an. Ist ihm Sicherheit sür dauernde Arbeit gewährleistet, so mag man das Übrige ruhig der Entwicklung überlassen. Sie ist oft viel einfacher und natürlicher, als es sich die Lehrmeister in ihrer Voraussage träumen lassen. Der beste Schutz des deutschen ländlichen Arbeiters liegt in seiner Seßhaftmachung.
Stanislawski und das Moskauer „Künstlerische Theater"
von Edgar Mesching-Moslan Mit einem Vorwort von Dr. Arthur Ivestxhal-Bcrlin l
er nachstehende Aufsatz bedarf zur Einführung beim deutschen Lesepublikum einiger erklärender Bemerkungen. Stanislawski, der Gründer und Leiter des Moskauer „Künstlerischen Theaters", ist allerdings für das westliche Europa und insbesondere für Deutschland kein Unbekannter mehr. Es sind vier oder fünf Jahre her, eit er wie ein Triumphator durch unsere großen Theaterstädte zog und bei
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